Deutschsprachige "Huffington Post" gestartet

Deutschsprachige "Huffington Post" gestartet
Die Medienlandschaft ist um ein Online-Nachrichtenportal reicher: Die deutschsprachige Ausgabe der US-amerikanischen "Huffington Post" ist gestartet.

Das kostenlose Angebot für Deutschland, Österreich und die Schweiz wird in Kooperation mit der Tomorrow Focus AG des Burda-Verlags betrieben, zu der auch "Focus Online" gehört. Die "HuffPo" ist sowohl Nachrichtenseite als auch Plattform für Meinungsbeiträge und Blogs. "Die Huffington Post gibt Deutschland die Möglichkeit, zu sich selbst zu sprechen", sagte Gründerin Arianna Huffington zum Start in München. Gegen 10.40 Uhr ging die Seite am Donnerstag offiziell online.

Binnen drei Jahren soll das Angebot nach den Worten von Christoph Schuh, Vorstandsmitglied bei Tomorrow Focus, profitabel sein und vier Millionen Besucher pro Monat haben. "Die Huffington Post wird in drei Jahren zu den führenden Nachrichtenmarken gehören."

Insgesamt 15 Redakteure sollen in der Anfangsphase für die "Huffington Post" in München arbeiten. Chefredakteur wird der 36 Jahre alte Sebastian Matthes, der von der "Wirtschaftswoche" aus Düsseldorf kommt. Er startet nach eigenen Angaben "in einigen Wochen" nach einer "geordneten Übergabe" seines Ressortleiterpostens bei der "Wirtschaftswoche". "Editorial Director" der deutschen "Huffington Post", zu deutsch: Herausgeber, ist der TV-Journalist Cherno Jobatey.

Aufmerksamkeit statt Geld

Das werbefinanzierte Portal ist in der Medienbranche umstritten, weil es häufig Nachrichten aus Informationen anderer Medien mit dem Verweis auf die entsprechenden Artikel zusammenstellt und die Blogger, die einen Großteil der Inhalte auf der Plattform liefern sollen, nicht bezahlt. Als Gegenleistung erhielten sie stattdessen Aufmerksamkeit, argumentieren die Macher. Kritiker werfen der "Huffington Post" vor, die "Gratismentalität" im Internet zu fördern.

Die deutsche Huffington Post ist zum Start in die Ressorts Politik, Wirtschaft, News, Good, Entertainment, Lifestyle und Tech aufgeteilt. Das Ressort Good soll positive Nachrichten liefern - zum Start ging es um YouTube-Stars, Lottoscheine und Red-Bull-trinkende Eichhörnchen. Beiträge der Redaktion sind optisch von Beiträgen der Gastautoren und Experten getrennt. Zu den Gastautoren gehören unter anderen Telekom-Chef René Obermann, der ehemalige Tennis-Profi Boris Becker, Ursula von der Leyen (CDU), die Schauspielerin Uschi Glas sowie der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, und der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch.

Mehr als Nachrichten

Huffington sagte, das Angebot der "Huffington Post" entspreche dem "Zeitgeist", der sich von der bloßen Präsentation von Nachrichten verabschiedet habe. "Wir leben im Zeitalter der Nutzerbeteiligung", sagte die Namensgeberin des Portals.

Die US-amerikanische "Huffington Post" war im Jahr 2005 als linksliberales Politikblog gestartet und hat in den USA derzeit monatlich rund 48 Millionen Besucher. Anfang 2011 kaufte der Internetkonzern AOL die "Huffington Post" für 315 Millionen US-Dollar. 2012 wurde die Seite für eine Artikelserie über Kriegsveteranen mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet. Neben der amerikanischen Ausgabe gibt es mittlerweile Ableger in Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Spanien und in den Maghreb-Staaten.

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