Kirche in Wales lässt Frauen zum Bischofsamt zu

Kirche in Wales lässt Frauen zum Bischofsamt zu
Die anglikanische Kirche in Wales könnte schon in einem Jahr ihre erste Frau zur Bischöfin weihen.

Mit einer überwältigenden Mehrheit stimmten am Donnerstagabend die Mitglieder der Kirchenleitung im walisischen Lampeter dafür, den Weg für Frauen zum Bischofsamt frei zu machen. Eine ähnliche Initiative war fünf Jahre zuvor gescheitert. Der Erzbischof von Wales, Barry Morgan, sagte, es sei "ein historischer Tag für die Kirche in Wales". Er hoffe, dass sich keine Mitglieder von der Kirche nach dieser Entscheidung abwenden.

Traditionalisten hatten gedroht, die Kirche zu verlassen, wenn diese das Bischofsamt für Frauen öffnet. Im Saal waren Freudenschreie zu hören als das Abstimmungsergebnis verkündet wurde. Die Kirche in Wales hat bereits seit 16 Jahren die Priesterweihe für Frauen, allerdings wurde ihnen das Bischofsamt bislang verwehrt. In der schottischen Episkopalkirche und in der Kirche von Irland sind bereits Frauen als Bischöfinnen formal zugelassen, allerdings wurde bis heute keine Frau geweiht.

Die Kirche von England hingegen startete jüngst einen neuen Versuch, Frauen den Weg ins Bischofsamt zu ermöglichen, nachdem ein Antrag im vergangenen Jahr in der Synode gescheitert war und die Kirche in eine tiefe Krise gestürzt hatte. In anderen Ländern hat die anglikanische Kirche bereits weibliche Bischöfe, so beispielsweise in Neuseeland, Kanada und den USA.

Kompromiss für die Traditionalisten

Die Kirchenleitung der Kirche in Wales setzt sich aus 140 Mitgliedern in drei Häusern zusammen. In allen drei Häusern war eine Zwei-Drittel-Mehrheit für den Antrag erforderlich, um die Gesetzesänderung zu beschließen. Das Haus der Bischöfe wählte einstimmig für den Antrag. Im Haus der Laien unterstützten 57 Mitglieder den Antrag während 14 dagegen stimmten und sich zwei enthielten. Im Haus des Klerus stimmten 37 Mitglieder dafür und zehn dagegen.

In den kommenden zwölf Monaten wird die Kirche über ein Papier beraten, in dem festgelegt werden soll, wie künftig mit traditionalistischen Priestern verfahren werden soll, die Frauen als Bischöfe nicht akzeptieren. Mit diesem Kompromiss hatten die Reformer vor der Abstimmung verhindert, dass traditionalistische Mitglieder die Gesetzesänderung abermals verzögern konnten.

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