Hilfswerk: Revolutionen im Mittleren Osten begünstigen Frauenrechte nicht

Hilfswerk: Revolutionen im Mittleren Osten begünstigen Frauenrechte nicht
Die Revolutionen im Mittleren Osten und Nordafrika haben nach einer Studie der Hilfsorganisation Care nicht zu mehr Gleichberechtigung und politischer Teilhabe der Frauen geführt.

Zwar beförderten die Aufstände die politische Beteiligung von Frauen, die patriarchalen Machtstrukturen blieben aber bestehen, erklärte das Hilfswerk am Mittwoch in Bonn. Für die Studie wurden mehr als 300 Frauen und Männer in Ägypten, Marokko, im Jemen und den Palästinensergebieten befragt.

Das entscheidende Hindernis für mehr Geschlechtergerechtigkeit sei ein tief in der Gesellschaft verwurzelter Konservatismus, erklärte die Hilfsorganisation. So habe die neue Verfassung in Ägypten die Frauen auf ihre Rolle innerhalb der Familie und als Mütter reduziert. Weitere Hindernisse seien die instabile Sicherheitslage, der Anstieg sexualisierter Gewalt sowie die symbolische Nutzung von Frauenrechten für religiöse und parteipolitische Auseinandersetzungen, bei denen Frauen selbst oft keine Stimme hätten.

Entwicklungshilfe an Frauenrechte knüpfen

Care forderte die internationalen Geberländer auf, Frauenrechte in den Rahmenverträgen zwischen Gebern und Empfängerländern festzuschreiben. Sie sollten Frauenquoten einführen, um ihre Mitwirkung in Institutionen sicherzustellen. Zudem sei die Vernetzung etablierter Frauenrechtsgruppen mit neuen Aktivisten wie Jugendlichen und Gruppen aus nicht-städtischen Gebieten wichtig, hieß es. Nur so könne ein breites Engagement für Geschlechtergerechtigkeit gefördert werden.

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