Früherer Krupp-Chef Berthold Beitz gestorben

Früherer Krupp-Chef Berthold Beitz gestorben
Der frühere Krupp-Chef Berthold Beitz ist tot. Der Vorsitzende des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung starb am Dienstag im Alter von 99 Jahren, wie die Stiftung am Mittwoch in Essen mitteilte.

Beitz sei die letzte große Unternehmenspersönlichkeit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewesen. Er habe nicht nur die Entwicklung des Unternehmens Krupp in den 50er Jahren bis in die heutige Zeit entscheidend vorangetrieben. Mit seinem Bemühen um Aussöhnung mit den Staaten Osteuropas und mit Israel habe er auch die Wirtschaftsgeschichte Deutschlands geprägt.

Der 1913 im vorpommerschen Dorf Zemmin geborene Beitz erhielt für sein Engagement für Versöhnung zahlreiche Preise wie den Staatspreis NRW für "herausragende Verdienste" für Völkerverständigung und den Lew-Kopelew-Preis im vergangenen Jahr. Für die Rettung von Juden im Zweiten Weltkrieg wurden die Eheleute Beitz 1973 mit dem Ehrentitel "Gerechte unter den Völkern" von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel ausgezeichnet.

Das Ehepaar Beitz rettete Hunderte Juden während des Zweiten Weltkriegs

Else und Berthold Beitz retteten während des Zweiten Weltkriegs im polnischen Boryslaw mehrere hundert verfolgte Juden beziehungsweise jüdische Zwangsarbeiter vor dem Tod. In den 60er Jahren trat Beitz für die damals noch unpopuläre West-Ost-Verständigung ein. Der Sachwalter der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung setzte sich zudem als erster und einziger Vertreter der Großindustrie für eine Entschädigung von Zwangsarbeitern ein.

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