Verteidigung fordert Einstellung des Dresdner König-Prozesses

Verteidigung fordert Einstellung des Dresdner König-Prozesses
Die Verteidigung des evangelischen Jenaer Jugendpfarrers Lothar König hat am Montag die Einstellung des Verfahrens vor dem Dresdner Amtsgericht beantragt.

Hauptgrund sei, dass der Prozess am 2. Juli "allein wegen behördlicher Versäumnisse" habe ausgesetzt werden müssen, teilte Rechtsanwalt Johannes Eisenberg am Montag in Berlin mit. König wird von der Staatsanwaltschaft schwerer Landfriedensbruch bei Protesten gegen einen Neonazi-Aufmarsch in Dresden 2011 vorgeworfen.

Die Aussetzung des Prozesses war von der Verteidigung am siebten Verhandlungstag beantragt worden, nachdem ihr 200 Stunden unsortiertes Videomaterial von einer Polizei-Sonderkommission übergeben worden war. Verteidiger Eisenberg begründete seinen Schritt mit dem hohen Zeitaufwand für die Sichtung des Filmmaterials. Das Gericht folgte dem Antrag und kündigte an, den Prozess in vier bis sechs Monaten neu aufzurollen.

Der Theologe Lothar König musste sich seit Anfang April vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten. Ihm wird schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Er hatte zusammen mit Jugendlichen aus Jena am 19. Februar 2011 an Anti-Nazi-Protesten in Dresden teilgenommen. König bestreitet die Vorwürfe. Im Fall einer Verurteilung drohen bis zu vier Jahre Haft.

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