Evangelische Erzieher fordern mehr Hilfe für Jugendliche

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Evangelische Erzieher fordern mehr Hilfe für Jugendliche
Der Evangelische Erziehungsverband warnt davor, die Hilfe für Jugendliche zu vernachlässigen und sich nur auf Kleinkinder zu konzentrieren.

In den vergangenen Jahren habe es eine Perspektivverengung auf die Förderung und den Schutz kleiner Kinder gegeben, kritisierte Geschäftsführer Björn Hagen am Dienstag auf der Bundesfachtagung des Verbandes in Bad Honnef bei Bonn. Die Mittel für Projekte für Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen seien zugunsten der Kleinkind-Förderung teilweise bis zu 50 Prozent zurückgefahren worden.

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Zwar sei die Gewaltkriminalität bei Jugendlichen in den letzten Jahren zurückgegangen, sagte Hagen weiter. So seien die Straftaten zwischen 2010 und 2011 um 11 Prozent gesunken. Präventionsarbeit mit Jugendlichen werde dennoch dringend gebraucht. Es gebe eine zunehmende Zahl an Jugendlichen, die in den Hintergrund gerieten, etwa weil sie keinen Schulabschluss schafften. "Die Schere geht auseinander. Wir befürchten, dass die Zahl der Verlierer größer wird", warnte auch Vorstandsmitglied Gerd Dworok.

Dabei gebe es nachweislich erfolgreiche Strategien, sozialen Abstieg und Gewalt bei Jugendlichen zu verhindern, sagte Klaus Graf, Geschäftsführer der Evangelischen Axenfeld-Gesellschaft in Bonn. So sei etwa das Projekt Job Coach erfolgreich, bei dem in Bonn rund 100 gefährdete Schüler ab der achten Klasse begleitet würden, um sie in eine Ausbildung zu bringen. Es fehle allerdings eine flächendeckende Kooperationskultur zwischen Polizei, Justiz und Erziehungshilfe, sagte Graf.

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Im Bereich der Kleinkinder sei es gelungen, frühe Hilfen zu etablieren, sagte Hagen. Das müsse jetzt auch bei den Jugendlichen umgesetzt werden, wenn nicht immer mehr von ihnen abgehängt werden sollten.