Chile erinnert an Diktaturopfer

Chile erinnert an Diktaturopfer
In Chile haben am Sonntag (Ortszeit) Tausende Menschen an die Opfer der Pinochet-Diktatur erinnert.

Bei einem Demonstrationszug durch die Hauptstadt Santiago am Vorabend des Jahrestages des Putsches hielten sie die Fotos der Ermordeten und Verschwundenen hoch. Am Rande kam es zu Auseinandersetzungen zwischen einigen Demonstranten und der Polizei. Acht Personen wurden vorläufig festgenommen, wie die Tageszeitung "La Tercera" berichtete.

Dagegen gedachten Anhänger des Ex-Diktators mit einem Gottesdienst in der Kathedrale Castrense im Stadtviertel Providencia der Opfer unter den Militärs bei der gewaltsamen Machtübernahme. An der unter Polizeischutz gehaltenen Messe nahm auch Pinochets Witwe Lucía Hiriart teil. Vor der Kathedrale protestierten zahlreiche Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen gegen die Veranstaltung.

Das Militär hatte am 11. September 1973 gegen die demokratisch gewählte Regierung des Sozialisten Salvador Allende geputscht. Unter der Militärdiktatur von Augusto Pinochet von 1973 bis 1990 wurden mehr als 3.000 Menschen getötet und Zehntausende gefoltert. Pinochet starb am 10. Dezember 2006 im Alter von 91 Jahren, ohne sich vor Gericht für die Menschenrechtsverletzungen verantworten zu müssen.

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