Venezuelas Präsident Chávez in ernstem Zustand

Venezuelas Präsident Chávez in ernstem Zustand
Der krebskranke venezolanische Präsident Hugo Chávez (58) leidet an einer neuen schwerwiegenden Atemwegsinfektion. Informationsminister Ernesto Villegas sagte am Montagabend (Ortszeit) im Fernsehen, der Zustand des Staatschefs sei weiter sehr kritisch.

Die Atemfunktion habe sich verschlechtert. Chávez erhalte intensive Chemotherapie und zusätzliche Behandlungen. "Der Comandante-Präsident hält sich weiter an Christus und ans Leben", sagte Villegas.

Der sozialistische Präsident hatte sich Mitte Dezember in Kuba einer vierten Krebsoperation unterzogen. Danach kam es wegen einer Lungenentzündung zu Komplikationen. Seither trat Chávez nicht mehr öffentlich auf. Genaues über seine Erkrankung ist nicht bekannt. Unbestätigten Berichten zufolge hatte er Tumore im Beckenbereich. Mitte Februar kehrte Chávez nach Venezuela zurück, wo er in der Hauptstadt Caracas in einem Militärkrankenhaus behandelt wird.

Chávez' Vereidigung wurde verschoben

Trotz seiner Krebserkrankung hatte sich Chávez im Oktober zur Wiederwahl gestellt und mit deutlichem Vorsprung gewonnen. Die für den 10. Januar vorgesehene Vereidigung auf eine neue Amtszeit fand nicht statt. Das höchste Gericht Venezuelas entschied jedoch, dass die Zeremonie verschoben werden kann. In der Zwischenzeit führt der Außenminister und Vizepräsident Nicolas Maduro die Regierungsgeschäfte.

Chávez steht seit 1999 an der Spitze Venezuelas, das vom Anstieg der Erdölpreise profitiert. Mit Sozialprogrammen und der Verstaatlichung von Bergbaukonzernen gewann er die Gunst vieler Wähler aus ärmeren Schichten. In Lateinamerika schmiedete er Bündnisse mit linken Regierungen, vor allem in Kuba, Ecuador und Bolivien. Die Beschränkung der Pressefreiheit, sein autoritärer Regierungsstil und seine scharfe Polemik vor allem gegen die USA trugen ihm scharfe Kritik ein.

Meldungen

Top Meldung
Die großen KZ-Gedenkstätten in Deutschland haben im Jahr 2019 erneut mehr Besucher gehabt. Das ergab eine Umfrage bei den Gedenkstättenbetreibern kurz vor dem Holocaust-Gedenktag am 27. Januar.