UN rufen um Hilfe für Menschen in Mali

UN rufen um Hilfe für Menschen in Mali
Angesichts der Not in Mali schlagen die Vereinten Nationen Alarm. Von jetzt dringend benötigten 285 Millionen Euro seien erst 13 Millionen Euro eingetroffen, sagte der Direktor der UN-Koordination für humanitäre Angelegenheiten (OCHA), John Ging, am Dienstag (Ortszeit) in New York. Unterdessen wurden bei einem Autobombenanschlag in der nordmalischen Stadt Kidal sieben Menschen getötet.

Nach seiner Rückkehr von einer viertägigen Mali-Reise sagte Ging, der Zugang in das westafrikanische Land sei inzwischen stabil genug, um Hunderttausende Menschen effektiv unterstützen zu können. "Die Bevölkerung von Mali hat fürchterlich gelitten. Jetzt ist es an der Zeit für uns zu helfen."

Seit Beginn des Konflikts im Januar vergangenen Jahres wurden den Angaben zufolge mehr als 430.000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben, mehr als 170.000 von ihnen flüchteten in Nachbarländer. Rund 700.000 Kinder seien von der Krise betroffen, fügte Ging hinzu. 200.000 von ihnen hätten im vergangenen Jahr nicht die Schule besuchen können.

Islamistische Milizen mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida hatten im Frühjahr 2012 den Norden Malis besetzt. Die französischen Streitkräfte griffen im Januar ein, um ein Vordringen der Islamisten nach Süden und in die Hauptstadt Bamako zu verhindern. Auch afrikanische Soldaten wurden entsandt. Seitdem wurden die islamistischen Kämpfer aus den Städten im Norden zurückgedrängt.

Hunderttausende Flüchtlinge wagten sich allerdings nicht nach Hause zurück, erklärten die UN. Die Menschen trauten der Stabilisierung nicht, sagte Ging laut einem Bericht des Senders BBC. Tuareg und Araber hätten außerdem Angst vor Repressionen durch die malische Armee.

Als Folge der Militäroffensive kam es auch zu den ersten Selbstmordanschlägen in der Geschichte des Landes. Zuletzt wurden bei einem Autobombenanschlag in der nordmalischen Stadt Kidal laut Medienberichten sieben Menschen getötet. Der Anschlag am Dienstagabend galt offenbar einem Kontrollpunkt der Tuareg-Miliz MNLA, wie der französische Sender RFI am Mittwoch berichtete. Die MNLA, die "Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad", verfolgt keine religiösen Ziele und kämpft an der Seite Frankreichs gegen die Islamisten.

Die MNLA meldeten auf ihrer Web-Site, ein Mann habe sich vor dem Kontrollposten in seinem Wagen in die Luft gesprengt. Es habe auch mehrere Verletzte gegeben. Die MNLA hatte mit ihrem Aufstand vor gut einem Jahr die jüngste Krise in Mali ausgelöst. Zwischenzeitlich hatte sie sich mit einer der islamistischen Milizen verbündet, aber bald wieder überworfen.

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