Kirche hoch zwei: Gemeinsamer ökumenischer Aufbruch

Logo Kirche hoch zwei

Bild: Kirche hoch zwei

Kirche hoch zwei: Gemeinsamer ökumenischer Aufbruch
1.000 Menschen treffen sich zu einem Kongress, um über die Zukunft von Kirche zu reden, Impulse zu hören, zu beten und sich für das Danach zu vernetzen. Das ist der ökumenische Kongress "Kirche hoch zwei". Evangelisch.de zeigt in Zusammenarbeit mit katholisch.de den Livestream vom Kongress, der bis zum Samstag, 16. Februar, geht.

Mit großer Freude und vielen Hoffnungen hat der ökumenische Kongress "Kirche hoch zwei" in Hannover begonnen. Neben dem Austausch von Erfahrungen erwarten sich die Verantwortlichen auch ein Fest des Glaubens, wie bei einem ersten Pressegespräch mit den Veranstaltern deutlich wurde.

Erfreut von der internationalen Atmosphäre des Kongresses zeigte sich Ralf Meister, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers, die den Kongress gemeinsam mit dem katholischen Bistum Hildesheim ausrichtet. Mit den Bischöfen Nicholas Baines und Graham Cray nehmen zwei profilierte Vertreter der "Church of England" am Kongress teil, um von ihren Erfahrungen zu berichten. Gemeinsam könne man an der Frage arbeiten, welche Perspektive Kirche in einer zunehmend säkularen Welt habe, sagte Meister. Eine Herausforderung in einer Gesellschaft, die nach seiner Ansicht unter einem "biblischen Sprachverlust" leidet, ohne deswegen unmoralischer geworden zu sein. Hier gelte es, "ein glaubhaftes Zeugnis Jesu" zu geben.

Gottes Linse auf das Neue

"Dieser Kongress kommt zur rechten Zeit", freute sich Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger als Vertreter des Bistums. Er hoffe auf einen Blickwechsel, nicht mehr nur die Defizite der Kirchen zu sehen, sondern auch jene Ansätze, die Mut machen, sagte der Bischof. Eine große verbindende Kraft sieht er im christlichen Glauben und möchten denn auch lieber von einer "Ökumene der Gaben" als von einer Ökumene der Profile sprechen. Gaben gebe es viele bei den Menschen. Daher sieht der Weihbischof mit einer "gelassenen Hoffnung" in die Zukunft.

Dass die Kirchen hier voneinander lernen können, hoffen die anglikanischen Bischöfe Baines und Cray mit Blick auf den Kongress. Zum einen sei man gespannt, wie man in Deutschland mit dem "Klimawechsel" hin zu einer immer säkulareren Gesellschaft umgehe, sagte Graham Cray. "Ihr sollt unsere Erfahrungen nicht kopieren", meint der anglikanische Bischof, "aber betet, dass unsere Geschichte euch Anregungen geben kann, wie ihr die Zukunft eurer Kirchen gestalten könnt". Zum anderen sei Deutschland ein Land, das in West und Ost sehr unterschiedlich christlich geprägt sei. Den Verlust religiöser Sprachfähigkeit kennt man in England schon länger: "Bei uns können viele mit der Geschichte vom Barmherzigen Samariter nichts mehr anfangen", gab Bischof Baines zu bedenken.

Der Aufbruch hin zu neuen Formen der Kirche werde von den Menschen an der Basis getragen, zeigte sich Dr. Christian Hennecke, Regens des Bistums Hildesheim und Hauptverantwortlicher für den Kongress auf katholischer Seite, überzeugt. "Gott schafft Neues und schenkt uns eine Linse, das zu sehen", sagte der Priester mit Zuversicht.

70 Workshops, fast 1.400 Teilnehmer

Beim ökumenischen Kongress "Kirche hoch zwei" stehen mehr als 70 Workshop-Angebote im Programm. In 23 Foren werden die 1.382 Teilnehmer Schwerpunktthemen mit evangelischen und katholischen Experten und Expertinnen und Praxisbeispielen vertiefen.

Das Themenspektrum reicht von diakonischen Kirchenentwicklungen und Gottesdienstkonzepten, von Blicken über den Tellerrand in die weltweite Ökumene bis hin zu Change-Management in der Kirche. Fast 50 Messestände informieren über Initiativen und bieten Möglichkeiten zum Gespräch. Fundraiser und Gemeindeberater bieten Kurzberatungen an. Fünf der großen Podienveranstaltungen werden in einem Live-Stream im Internet übertragen.