Knappschaft übernimmt komplette Kosten für künstliche Befruchtung

Knappschaft übernimmt komplette Kosten für künstliche Befruchtung
Die Knappschaft will als nach eigenen Angaben erste gesetzliche Krankenkasse die kompletten Kosten einer künstlichen Befruchtung übernehmen. Betroffenen Ehepaaren solle die oft hohe finanzielle Belastung genommen werden, sagte Geschäftsführerin Bettina am Orde am Donnerstag in Bochum. Voraussetzung sei, dass beide Partner bei der Knappschaft versichert sind.

Seit 2004 werden die Kosten für eine künstliche Befruchtung nicht mehr komplett, sondern nur noch zur Hälfte und für die ersten drei Versuche von den Kassen übernommen. So hält es auch die größte gesetzliche Kasse, die Barmer GEK. Die Gesamtkosten für eine künstliche Befruchtung schwankten je nach Verfahren zwischen 1.000 und 5.200 Euro, sagte ein Sprecher dem epd. Nach Berechnungen der Knappschaft kann der Eigenanteil für Paare bei mehreren Versuchen bis zu 10.000 Euro betragen.

Bund und Länder sollen 25 Prozent der Kosten übernehmen

Seit 2012 gibt es für Paare vom Staat finanzielle Unterstützung bei der künstlichen Befruchtung. Laut einer seit April des vergangenen Jahres gültigen Förderrichtlinie sollen Bund und Länder zusätzlich 25 Prozent der Kosten übernehmen. Allerdings haben bisher nur Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern die Richtlinienvereinbarung unterzeichnet. Mit den anderen Ländern liefen noch Gespräche, sagte eine Sprecherin des Bundesfamilienministeriums dem epd.

Die Knappschaft übernimmt die Kosten, wenn beide Elternteile bei ihr versichert sind. Bei einer Spermienübertragung mit vorangehender hormoneller Behandlung würden drei Versuche bezahlt, bei Übertragungen ohne Hormontherapie bis zu acht Versuche.

Die Krankenkassen übernehmen nach dem Gesetz einen Teil der Kosten für eine künstliche Befruchtung, wenn das Paar verheiratet ist, andere Therapien ohne Erfolg geblieben sind und eine Höchstaltersgrenze (40 Jahre bei der Frau, 50 beim Mann) nicht überschritten wurde. Die Knappschaft hat den Angaben nach rund 1,75 Millionen Versicherte.

Meldungen

Top Meldung
Christian Stäblein im Januar 2019 in der St. Marienkirche in Berlin-Mitte. (Archivbild)
Seit über einem halben Jahr steht fest, dass der Theologe Christian Stäblein dem bisherigen Berliner Bischof Markus Dröge im Amt nachfolgt. Am Samstag wurde der 52-Jährige in einem Festgottesdienst in sein neues Amt eingeführt.