Weihbischof Jaschke kritisiert Wortwahl der Erzbischöfe Müller und Meisner

Weihbischof Jaschke kritisiert Wortwahl der Erzbischöfe Müller und Meisner
Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke kritisiert die Klage Kirchenleitender über antikatholische Stimmungen. In der Talkshow von Günther Jauch nannte er die Wortwahl "Pogrom" und "Phobie" seiner Bischofskollegen unangemessen.

Von den Äußerungen des Erzbischofs Gerhard Ludwig Müller, Leiter der Glaubenskongregation im Vatikan, der in diesem Zusammenhang von einer "Pogromstimmung" gesprochen hatte, müsse man sich in jeder Hinsicht distanzieren, sagte der katholische Geistliche am Sonntagabend in der ARD-Talksendung "Günther Jauch". Auch von einer "Katholikenphobie" zu sprechen, wie es der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner getan hatte, halte er für unangemessen.

"Ich halte gar nichts von solchen Worten", sagte Jaschke. Der Hamburger Weihbischof räumte ein, dass die katholische Kirche einen Teil der Menschen nicht mehr erreiche. "Diese Entfremdung bewegt mich wahnsinning, sie macht mich krank", sagte er: "Der Mensch muss der Weg der Kirche sein."

In der Sendung zum Thema "Die Glaubens-Frage: Wie lebensnah ist die Kirche?" wies der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, die Kritik am kirchlichen Arbeitsrecht zurück. "Wir zahlen gute Tarife", sagte Schneider. In den Einrichtungen der evangelischen Diakonie lägen die Löhne im Normall mindestens zehn Prozent über denen anderer Träger auf dem Sozialmarkt. Allerdings sei der Pflegesektor unterfinanziert, so dass evangelische Einrichtungen angesichts der hohen Tariflöhne zum Teil mittels Ausgliederungen versuchten, Kosten zu sparen.

"Wir machen Druck, dass so etwas möglichst nicht passiert", sagte Schneider. "Wir müssen ausgliedern", sagte Weihbischof Jaschke bezogen auf Einrichtungen der katholischen Caritas. Das seien "schlimme Notwendigkeiten". Auf Nachfrage in der Talkshow bestätigte der Weihbischof den ökonomischen Druck auf die Einrichtungen: "Ein Haus, das 300.000 Miese macht, ist gegen die Wand gefahren."

Der Linken-Politiker Oskar Lafontaine sagte, die Kirchen müssten auf dem Arbeitsmarkt eine Vorbildfunktion haben. Für politische Fehlentscheidungen, die unter anderem zur Ausweitung von Leiharbeit geführt hätten, seien sie nicht verantwortlich zu machen. Sie sollten dagegen aber sehr viel deutlicher als bislang ihre Stimme erheben, sagte der Vorsitzende der Linksfraktion im saarländischen Landtag.

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