Welle der Gewalt gegen Indianer in Argentinien dauert an

Welle der Gewalt gegen Indianer in Argentinien dauert an
In Argentinien reißt die Welle der Gewalt gegen Angehörige des Indianervolks der Qom nicht ab. Erneut ist ein junger Indianer mutmaßlich gewaltsam ums Leben gekommen.

Der 16-Jährige war mit einer schweren Kopfverletzung am Rand einer Landstraße in der nordargentinischen Provinz Formosa gefunden worden und starb später in einem Krankenhaus. Nach Angaben der Ärzte könnte die Kopfverletzung vom Schlag mit einem Eisen stammen. Der Jugendliche war ein Neffe von Félix Díaz, einem Anführer der Qom, der bereits mehrfach Mordanschläge überlebte, wie die Tageszeitung "Los Andes" am Freitag berichtete.

Erst vor einer Woche war ein 12-jähriger Junge vom Volk der Qom in der nordargentinischen Provinz Chaco zu Tode geprügelt worden. Als Motiv vermuten die Angehörigen Rassenhass. Am 10. Dezember überfuhr ein Polizist mit seinem Wagen mutmaßlich mit Vorsatz eine 49-jährige Frau und ihre zehn Monate alte Enkelin vom Volk der Quom in der Provinz Formosa.

Nach offiziellen Angaben gehören rund 600.000 der 40 Millionen Argentinier zu einem der 30 indianischen Völker. Die größte Gemeinschaft bilden mit knapp 114.000 Menschen die Mapuche. Wie in anderen lateinamerikanischen Ländern gewannen die Ureinwohner in den vergangenen Jahren politisch an Selbstbewusstsein. Großgrundbesitzer gehen oftmals im Einvernehmen mit den lokalen Behörden mit Gewalt gegen die Ureinwohner vor.