Studie: Abrutschen in Hartz IV hat viele Gründe

Studie: Abrutschen in Hartz IV hat viele Gründe
Langzeitarbeitslosigkeit ist in den meisten Fällen nicht der Grund für den Eintritt in Hartz IV. Das zeigt eine am Mittwoch in Nürnberg veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
Deutschland spricht 2019

Weniger als ein Drittel der Hartz-IV-Bezieher war vor dem Bezug der Hilfeleistung arbeitslos gemeldet. Ähnlich viele waren vorher erwerbstätig. Die Übrigen absolvierten eine schulische Ausbildung oder ein Studium, waren Hausfrau oder Hausmann oder wegen Krankheit nicht in der Lage zu arbeiten.

Insgesamt ist bei mehr als 70 Prozent der neu hinzugekommenen Hartz-IV-Haushalte Arbeitslosigkeit der Grund für den Antrag, wie das Institut der Bundesagentur für Arbeit herausfand. Zum einen sind das diejenigen, deren Anspruch auf das Arbeitslosengeld ausgelaufen ist und die im Anschluss Hartz IV beantragen. Zum anderen sind das jene, die vor dem Hartz-IV-Bezug erwerbstätig waren, aber wegen einer nur kurzen Beschäftigungsdauer keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld erworben haben, sondern sofort auf Hartz IV angewiesen sind.

Oft lägen die Gründe für das Abrutschen in Hartz IV aber auch woanders, heißt es in der Studie: Nicht wenige sind nach der Geburt eines Kindes oder der Trennung vom Partner auf finanzielle Hilfe vom Staat angewiesen. Für andere bedeutet das Wegfallen von Einkünften wie Kindergeld oder Unterhalt, dass sie nicht mehr genug Geld zum Leben haben und Hartz IV beantragen müssen.

Langzeitarbeitslosigkeit sei weniger ein dominierender Zugangsfaktor als ein Phänomen, das sich dann innerhalb des Hartz-IV-Bezuges verfestige, lautet das Fazit der Arbeitsmarkforscher. Ein erheblicher Teil der Hartz-IV-Bezieher bleibe lange bedürftig.

 

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