Landesbischof Bedford-Strohm kritisiert zunehmenden Waffenexport

Landesbischof Bedford-Strohm kritisiert zunehmenden Waffenexport
Inzwischen sei Deutschland zum drittgrößten Waffenexporteur weltweit aufgestiegen, sagte der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am Sonntag im Münchner Liebfrauendom beim Empfang des Friedenslichts aus Bethlehem.

Im vergangenen Jahr hätten 64 Länder Waffen aus Deutschland geliefert bekommen, deren Menschenrechtssituation als bedenklich einzusteifen sei. Diese Entwicklung könne "niemanden in unserem Land ruhig lassen".

Ein totales Verbot von Waffenexporten lehnt der evangelische Theologe jedoch ab. In Extremsituationen könne die Anwendung militärischer Gewalt das kleinere Übel sein, "um Menschen wirksam vor massivem Unrecht zu schützen". Insgesamt müssten die Lieferungen aber einer strengen Kontrolle "anhand ethischer Kriterien" unterliegen.

Sensible Frage "nicht einfach außen vor" lassen

Bedford-Strohm fordert eine öffentliche Debatte über Waffenexporte. Es könne nicht sein, dass die Öffentlichkeit bei einer ethisch so sensiblen Frage "einfach außen vor gelassen" werde. Die Regierung dürfe Pläne wie die eines Panzer-Exports nach Saudi-Arabien, nicht geheim halten. Noch nicht einmal die Volksvertreter im Parlament bekämen darüber die notwendigen Informationen, kritisierte Bedford-Strohm.

An dem ökumenischen Gottesdienst zum Empfang des Friedenslichts in Bayern nahmen auch der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx und der griechisch-orthodoxe Erzpriester Apostolos Malamoussis teil. Das Friedenslicht wird als Zeichen für Solidarität und Gemeinschaft seit über 25 Jahren vom Österreichischen Rundfunk (ORF) in der Geburtsgrotte Jesu Christi in Bethlehem entzündet und nach Wien gebracht.

In Deutschland tragen Pfadfinder aus den großen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbänden das Licht aus Wien nach Deutschland. Der evangelische Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP), die katholische Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) und ihr Schwesterverband, die Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) sowie der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) übernehmen die Aussendung des Friedenslichtes in die Gemeinden.

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