Grünen-Politiker: Einfluss der Kirchen im Parlament schwindet

Grünen-Politiker: Einfluss der Kirchen im Parlament schwindet
Der Bundestagsabgeordnete Josef Winkler (Grüne) beobachtet einen schwindenden Einfluss der Kirchen im Bundestag.

Es seien immer weniger Vertreter der kirchlichen Organisationen im Parlament vertreten, sagte Winkler anlässlich der Herbstvollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) am Freitag im Deutschlandradio Kultur.

Der Sprecher für Kirchenpolitik und interreligiösen Dialog seiner Partei, der gleichzeitig ZdK-Mitglied ist, sagte, im Bundestag müssten im politischen Alltag Kompromisse gefunden werden, die viele Kirchenleute nicht mit ihrem Glauben vereinen könnten. Als Beispiele nannte er Entscheidungen zum Abtreibungsrecht oder zur Stammzellenforschung. Deshalb begäben sich viele Gläubige in den politischen Prozess gar nicht erst hinein. 

"Ich denke, es ist richtig, dass die Kirchen nicht mehr, wie in früheren Jahrzehnten klare Wahlempfehlungen geben, sich an eine Partei ketten und im Umkehrschluss die anderen ablehnen, sondern dass es in jeder demokratischen Partei inzwischen engagierte Katholiken oder Protestanten gibt", sagte Winkler. Die kirchlichen Verbände sollten sich aber deutlicher vernehmen lassen. Das gelte auch für den gesunkenen Einfluss in den Medien. "Man muss mehr für sich werben und für seine Positionen werben, vernehmbarer werden, als das bisher der Fall ist."