TV-Tipp des Tages: "Einsatz in Hamburg: Tödliches Spiel" (ZDF)

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TV-Tipp des Tages: "Einsatz in Hamburg: Tödliches Spiel" (ZDF)
TV-Tipp des Tages: "Einsatz in Hamburg: Tödliches Spiel", 14. Juli, 20.15 Uhr im Zweiten
Im Mittelpunkt des Films "Tödliches Spiel" aber steht der Chef, dem ein Anruf Jennys das Pokalspiel zwischen St. Pauli und dem HSV vermasselt.

Es gibt Sendeplätze, die ganz allein dafür sorgen können, dass man einen Sender sympathisch findet. Die Samstagskrimis im ZDF zum Beispiel kann man unbesorgt einschalten; die Filme sind mindestens sehenswert und oft sogar herausragend.

Ganz Hamburg im Derbyfieber

Ihren ganzen Charme entwickeln sie aber erst, wenn man mit den Figuren vertraut ist und weiß, warum es etwa zwischen der Gerichtsmedizinerin Dr. Dunkel (Victoria Trautmansdorff) und Kommissarin Jenny Berlin (Aglaia Szyszkowitz) stets spürbar knistert; oder warum es durchaus erwähnenswert ist, dass der Kollege Brehm (Frank Strecker) eine Frau kennen lernt und prompt Anschluss findet. Im Mittelpunkt des Films "Tödliches Spiel" aber steht zunächst der Chef (Hannes Hellmann), dem ein Anruf Jennys das Pokalspiel zwischen St. Pauli und dem HSV vermasselt. Ganz Hamburg ist im Derbyfieber, und selbstredend sind alle für den Außenseiter; aber obwohl alle nichts als das Spiel im Kopf haben, wird es nach dem Tod eines Apothekers immer unwichtiger. Der Mann war ein Eigenbrötler, doch plötzlich hatte halb Hamburg mit ihm zu tun. Ohnehin erscheint die Weltstadt dank diverser ebenso gewagter wie gekonnter Drehbuchkonstruktionen ein Dorf zu sein; selbst Brehms Zufallsbekanntschaft (Sonsee Neu) ist in den Fall verwickelt. Im Zentrum der Ermittlungen aber stehen ein paar Nachwuchsfußballer und ihre Erzeuger, deren Ehrgeiz sich schließlich als tödlich entpuppt.

Neben den zuverlässig guten Hauptdarstellern stehen vor allem drei Namen für die Qualität der Geschichte: Die Autoren Stefan Cantz und Jan Hinter sind die Väter des "Tatort"-Duos aus Münster. Ihr "Einsatz in Hamburg" ist zwar zu keiner Zeit eine Krimiparodie, aber immer wieder witzig. Für die andere Seite der reizvollen Mischung steht Thriller-Spezialist Marcus O. Rosenmüller. Bei aller Leichtigkeit schockiert die Geschichte mehrfach mit gewalthaltigen Szenen.

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Typisch für diese Ebene ist ein Vorfall am Rande des Derbys, als ein dunkelhäutiges Mädchen erst blöd angemacht und schließlich in brutalster Weise zusammengetreten wird. Dass sie kurz drauf stirbt, hat jedoch andere Gründe; makabrerweise führt erst ihr Tod die Ermittler auf die richtige Spur. Doch selbst die Tatsache, dass man die Todesursache als aufmerksamer Zuschauer viel früher ahnt, schmälert den Genuss dieses Samstagskrimis kein bisschen.