Wirtschaftsforscher: Finanzsteuer trifft Riester-Sparer kaum

Wirtschaftsforscher: Finanzsteuer trifft Riester-Sparer kaum
Riester-Sparer müssen eine Finanztransaktionssteuer nicht fürchten. Die Steuerbelastung mache einen "Bruchteil" der Gebühren aus, die Anleger an Banken, Versicherungen oder Investmentfonds zahlten, berichtet die "Frankfurter Rundschau" (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf eine ihr vorliegende Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) für die SPD-Bundestagsfraktion.

Die FDP hat ihre Zustimmung zu der Abgabe an die Bedingung geknüpft, dass die private Altersvorsorge verschont wird. Banksparverträge sowie Wohn-Riesterverträge seien von der Finanztransaktionssteuer gar nicht betroffen, stellten die Wirtschaftsforscher fest. Auch bei den Versicherungsverträgen, die auf einen Marktanteil von zwei Drittel kommen, seien die Folgen gering. Sie investieren eher langfristig. Am ehesten verteuern könnten sich Investmentfondsverträge. "Deren Anzahl ist jedoch vergleichsweise bescheiden", so das DIW. "Spekulanten werden getroffen, Kleinsparer nicht - das ist das eindeutige Ergebnis der Studie", sagte SPD-Finanzexperte Carsten Sieling der Zeitung. 

Die Forscher lehnen Überlegungen ab, die Altersvorsorge von der Steuer auszunehmen. Riester-Verträge und ähnliche Produkte seien stark subventioniert. Eine Verschonung von der Finanzsteuer würde den Wettbewerb zusätzlich verzerren. Auch würde eine Herausnahme die "grundsätzlich disziplinierende Wirkung" der Steuer auf Spekulanten verringern. Kein Problem sieht das DIW darin, die Steuer nur in neun oder zehn Euro-Staaten zu erheben. Sie erwarten "keine nennenswerten Verlagerungsaktivitäten".

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