Bibliothek Gotha wird Forschungsstätte zu Protestantismus

Bibliothek Gotha wird Forschungsstätte zu Protestantismus
Die Forschungsbibliothek Gotha wird zu einer Forschungs- und Studienstätte für die Kulturgeschichte des Protestantismus.

Grundlage sei der Kernbestand der Bibliothek mit fast 16.000 Einzeldokumenten zur Reformation, sagte die Leiterin der Einrichtung, Kathrin Paasch, am Dienstag in der früheren Thüringer Residenzstadt. Das Projekt zur wissenschaftlichen Erschließung wird demnach von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Schwerpunkte sind neben der Erschließung Ausstellungen und Vorträge.

Mit der Bibliothek habe das Herzogshaus schon 1640 "ein frühes religionsgeschichtliches Forschungszentrum" begründet, sagte Paasch. Nach zielgerichteten Erwerbungen verfüge sie über zahlreiche Handschriften und Drucke von Martin Luther, Philipp Melanchthon und anderer Reformatoren aus Deutschland und Europa. Vieles davon sei jedoch noch nicht erschlossen. Im Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 sollen die Bestände einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

Bildung von Luther bis zum Pietismus

Als wichtigstes Vorhaben für das kommende Jahr wurde die Ausstellung "Gotha macht Schule" genannt. Im Mittelpunkt stehe zum 300. Geburtstag des pietistischen Reformpädagogen August Hermann Franke die Auseinandersetzung mit Fragen der Bildung von Luther bis zum Pietismus. Ein weiteres Projekt widmet sich dem Jenaer Theologen Johann Gerhard. Die von ihm im 17. Jahrhundert angelegte Gelehrtenbibliothek mit 6.000 Bänden wird in Gotha bewahrt. 

Die Forschungsbibliothek als Einrichtung der Universität Erfurt gilt nach den Worten der Leiterin Paasch als Referenzsammlung für den Protestantismus in Mittel- und Norddeutschland. Das DFG-Projekt sei zunächst bis 2014 befristet. Danach strebe die Bibliothek für die Studienstätte "eine Verstetigung" an, sagte Paasch.

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