Bischof Bedford-Strohm bedauert Merkels Absage beim Rio-Gipfel

Bischof Bedford-Strohm bedauert Merkels Absage beim Rio-Gipfel
Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat sich gut eine Woche vor dem UN-Gipfel "Rio+20" enttäuscht über die Absage von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geäußert.

"Die Anwesenheit oder Nicht-Anwesenheit signalisiert schon, welche Priorität eine Angelegenheit hat", sagte der 52-jährige Sozialethiker dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Daher wünsche ich mir, dass Frau Merkel ihre Entscheidung noch einmal überdenkt."

Die Kanzlerin hatte Terminschwierigkeiten geltend gemacht. Auch der britische Premier David Cameron will nicht an der Weltkonferenz zu Umwelt und Entwicklung teilnehmen. Der neue französische Präsident François Hollande hat dagegen sein Kommen angekündigt. Bedford-Strohm hob die Bedeutung des Nachhaltigkeitsgipfels vom 20. bis 22. Juni in Brasilien hervor, zu dem mehr als 100 Staats- und Regierungschefs erwartet werden.

"Es geht um ein weltweites Umsteuern, auch bei uns. Sonst brauchen wir im Jahr 2030 eine weitere Erde", sagte der Bischof, der als Mitglied der deutschen Delegation unter Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) die Verhandlungen verfolgen will. Er reist im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland. "Wir müssen eine Art 'ökologisches Wirtschaftswunder' anstoßen", sagte Bedford-Strohm. Glück hänge nicht allein vom materiellen Wohlstand ab.

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