Umfrage: Immer weniger Deutsche mögen Israel

Umfrage: Immer weniger Deutsche mögen Israel
Das Ansehen von Israel ist bei den Deutschen gesunken. Mehr als die Hälfte der Befragten einer Forsa-Studie bezeichnen Israel als "aggressiv", die Sympathie für das Land sinkt auf ein gutes Drittel.

Laut einer "Stern"-Umfrage sagen 70 Prozent der Bürger, dass Israel seine Interessen ohne Rücksicht auf andere Völker verfolge. Das sind elf Prozentpunkte mehr als bei einer ähnlichen Umfrage im Januar 2009. Auch bezeichnen 59 Prozent der Deutschen Israel als "aggressiv", zehn Prozentpunkte mehr als 2009. Nur noch 36 Prozent finden Israel "sympathisch", ein Minus von neun Prozentpunkten. Unverändert 13 Prozent sprechen dem Staat das Existenzrecht ab.

Für die Umfrage hatte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1.002 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 15. und 16. Mai befragt. Anlass für die Umfrage ist die Reise von Bundespräsident Joachim Gauck am 28. Mai nach Israel. Dabei wird er auch die palästinensischen Gebiete besuchen.

Die Folgen der Nazi-Zeit spielen im Bewusstsein der meisten Deutschen offenbar keine Rolle mehr. 60 Prozent sagen, Deutschland habe keine besondere Verpflichtung gegenüber Israel. Nur jeder Dritte sieht hier eine besondere Verantwortung. 58 Prozent empfinden Israel als "fremd", 2009 waren es nur 50 Prozent. Dass Israel die Menschenrechte achtet, meinen lediglich 21 Prozent, ein Minus von neun Prozent. Die Frage, ob Deutschland den Staat Palästina anerkennen sollte, wird von zwei Dritteln der Bundesbürger bejaht. 18 Prozent lehnen einen eigenständigen Palästinenser-Staat ab.

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