Papst: Erster Auftritt nach Krebs-OP

Papst Leo XIV. verlaesst Krankenhaus und schüttelt einem Klinikmitarbeiter die Hand.
epd-Bild/Vatikan Media
Beim Verlassen des Krankenhauses bedankt sich Papst Leo XIV. bei Mitarbeitenden.
Leo XIV. spricht Angelus-Gebet
Papst: Erster Auftritt nach Krebs-OP
Wenige Tage nach seiner Lungen-Operation konnte Leo XIV. das Angelus-Gebet wie üblich vom Fenster des apostolischen Palastes aus halten. Am 17.10. war der Papst aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Ärzte zeigen sich zufrieden mit dem Verlauf.

Papst Leo XIV. hat fünf Tage nach einer Operation an der Lunge seinen ersten öffentlichen Auftritt absolviert: Er hielt das Angelus-Gebet am Sonntag wie üblich vom Fenster des apostolischen Palastes aus. "Ich möchte all jenen danken, die in diesen Tagen für mich gebetet haben. Ich habe eure Unterstützung wirklich gespürt. Danke", sagte der 71-Jährige nach dem Gebet zu den Gläubigen.

Dem Oberhaupt von weltweit mehr als einer Milliarde Katholiken war am 13.10. im Gemelli-Krankenhaus in Rom ein bösartiger Tumor und ein Teil des rechten Lungenflügels entfernt worden.

Auf dem Petersplatz hatten sich während des Angelus-Gebetes schätzungsweise 15.000 Menschen versammelt - sehr viel mehr als für einen Sonntagmittag üblich. Der Papst sagte, sein besonderer Dank gelte den Ärzten, dem Pflegepersonal sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klinik. Diese Erfahrung habe ihn "in besonderer Weise die Nähe zu all jenen spüren lassen, die Krankheit und Gebrechlichkeit durchleben", sagte Leo weiter und erklärte: "Nachdem ich diese heikle Phase überwunden habe, werde ich, wie ihr wisst, nun schrittweise meine Tätigkeiten wieder aufnehmen."

"Ein idealer Patient"

Eine Woche zuvor hatte Leo XIV. von derselben Stelle aus selbst parallel zum Vatikan von einem "begrenzten Knoten" in seiner Lunge berichtet und angekündigt, sich der nötigen Operation zu Wochenbeginn zu unterziehen. Papst-Sprecher Matteo Bruni hatte seinerzeit etwa eine Woche Erholungszeit angekündigt.

Bereits am Samstag - vier Tage nach seiner Operation - war das Oberhaupt der katholischen Kirche aus dem Gemelli-Krankenhaus entlassen worden und in den Vatikan zurückgekehrt. Bis zur vollständigen Genesung seien noch zehn Tage erforderlich, erklärte Stefano Margaritora, der Chirurg, der den Papst operiert hat, in einem Interview mit den Vatikanmedien. Der Papst "war ein idealer Patient".

Auslandsreise scheint möglich

Über die Operation sagte der Chirurg, dass es sich um einen Routineeingriff gehandelt habe, betonte aber, er habe während der OP "ein tiefes Gefühl erlebt, das ich nicht beschreiben kann". Die Termine des Pontifex sind bislang bis einschließlich Dienstag (20. Oktober) abgesagt.

Der anstehenden Reise des Papstes nach Südamerika steht laut Margaritora nichts im Wege. Der Arzt erklärte, dass Leo XIV. aus medizinischer Sicht die anspruchsvolle Reise nach Lateinamerika bewältigen könne. Der Papst plant allem Anschein nach weiterhin, vom 6. bis 17. November nach Uruguay, Argentinien und Peru zu reisen.

Leo XIV., mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost, stammt gebürtig aus den USA, lebte aber mehr als 20 Jahre in Peru und besitzt außer der US- auch die peruanische Staatsbürgerschaft. In dem Andenstaat war er als Missionar und später als Bischof von Chiclayo tätig. Leo ist der erste US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri und seit 8. Mai 2025 als Nachfolger des verstorbenen Papstes Franziskus im Amt.