Diakonie-Chef fordert Geld für digitale Hilfesysteme

Digitale Hilfe in der Pflege
Matthias Bein/dpa-Zentralbild
Es muss nicht immer gleich ein Roboter sein: Digitale Systeme können Personal in Pflegeeinrichtungen vielfältig unterstützen.
Gegen den Pflegenotstand
Diakonie-Chef fordert Geld für digitale Hilfesysteme
Mit Apps, Exoskeletten oder KI-gesteuerten Telefonassistenten: Pflegekräfte sollten in Zukunft vermehrt durch digitale Unterstützungssysteme entlastet werden, meint Niedersachsens Diakonie-Chef Hans-Joachim Lenke. Sonst drohe ein verschärfter Notstand.

Der niedersächsische Diakonie-Chef Hans-Joachim Lenke hat Bund und Länder aufgefordert, digitale Hilfesysteme für die Pflege stärker zu unterstützen. Bis 2035 gingen in Niedersachsen rund 40 Prozent der registrierten Pflegekräfte in Rente, sagte Lenke nach dem zweiten "Innovationsforum Pflege und Eingliederungshilfe" der Diakonie in Hannover.

"Wenn wir jetzt nicht in digitale Unterstützungssysteme investieren, wird sich der Pflegenotstand zusätzlich verschärfen", so Lenke. Solche Systeme könnten die Pflegekräfte deutlich entlasten.

Deshalb müssten in der sozialen Arbeit zusätzliche Personalstellen für Informationstechnologie geschaffen und finanziert werden, sagte Lenke: "Nur so können sich die Pflegeeinrichtungen zukunftsfähig aufstellen und die Pflegekräfte sich auf ihre tatsächliche Arbeit konzentrieren, nämlich auf die Pflege von Menschen." Der Einsatz digitaler Hilfesystem müsse auch bei der Pflegereform der Bundesregierung mitbedacht werden.

Vom KI-Telefonassistenten bis zum Sensorpflaster

Bei dem Innovationsforum wurden moderne Unterstützungssysteme für die Pflege alter und behinderter Menschen vorgestellt. Dazu gehörten unter anderem eine App zur Prävention von Stürzen, der mit Künstlicher Intelligenz betriebene Telefonassistent "Schwester Gerda", digitale Lernplattformen für Pflegekräfte, ein Sensorpflaster zur Wundversorgung und ein externes "Exoskelett" zur Entlastung des Rückens beim schweren Heben.

Die Digitalisierung könne die Attraktivität von Arbeitgebern in der Pflege erhöhen, wenn sie sinnvoll eingesetzt werde und den Arbeitsalltag erleichtere, sagte die Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe, Vera Lux. Mitveranstaltet wurde das Forum vom Niedersächsischen Evangelischen Verband für Altenhilfe und Pflege.