Verurteilte Christa Pike überlebte Giftspritze

Todeszelle
Paul Buck/epa/dpa/Paul Buck
Ein Blick in eine Todeszelle in Texas.
Abgebrochene Hinrichtung
Verurteilte Christa Pike überlebte Giftspritze
Der Hinrichtung der 50-jährigen Christa Pike in Tennessee ist Berichten von US-Medien zufolge abgebrochen worden. Die Frau soll in einem Krankenhaus sein. Das Oberste US-Gericht hatte erst kurz zuvor geurteilt, dass Pike hingerichtet werden darf.

Der US-Bundesstaat Tennessee ist Medienberichten zufolge beim Versuch gescheitert, die 50-jährige Christa Pike hinzurichten. Wie die Zeitung "The Tennessean" und örtliche Fernsehsender berichteten, hatten die Henker am Mittwochabend (Ortszeit) Probleme beim Spritzen des Giftes zum Töten der zum Tode verurteilten Frau.

Nach Angaben von Pikes Anwälten sei Pike lange nach Verabreichen des tödlichen Mittels Pentobarbital im Riverbend-Hochsicherheitsgefängnis in Nashville noch am Leben gewesen. Sie werde in einem nahegelegenen Krankenhaus behandelt. Über ihren Zustand sei nichts bekannt.

Der Medienzeuge John North vom örtlichen Sender WBIR sagte bei einer Pressekonferenz, die Hinrichtung sei offenbar nicht wie vorgesehen verlaufen. Reporter hätten wegen eines zugezogenen Vorhangs manches nicht sehen können. Nach Angaben der Reporterin Tori Gessner sagte Pike, sie habe das Gefühl, ihr Arm werde aufplatzen.

Pike bei der Tat 18 Jahre alt

Die Hinrichtung hatte wenige Stunden nach einem Urteil des Obersten Gerichts der USA begonnen. Dieses hatte mit sechs zu drei Stimmen ein untergeordnetes Urteil vom Mittwochvormittag aufgehoben, wonach "im Interesse der Gerechtigkeit" das Urteil gegen Pike zu prüfen sei.

Pike hat 1995 im Alter von 18 Jahren ihre ein Jahr ältere Arbeitskollegin Colleen Slemmer getötet. Eifersucht soll ein Motiv gewesen sein. Ihr Mittäter Tadaryl Shipp war 17 Jahre alt und wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Menschenrechtler protestierten wegen des jugendlichen Alters von Pike zur Tatzeit. Sie sollte als erste Frau nach mehr als 200 Jahren im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden. Trauma-Experten und Vertreter von Verbänden zum Schutz von Vergewaltigungsopfern sprachen sich gegen die Vollstreckung des Todesurteils aus. Pike leide an posttraumatischen Belastungsstörungen. Sie sei in ihrer Kindheit misshandelt und mehrmals vergewaltigt worden.