Bonn (epd). Der vergangene August war laut dem EU-Klimadienst Copernicus der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, und er führt ganz knapp vor dem Juli 2023 auch die Liste der heißesten Monate überhaupt an. Die durchschnittliche globale Oberflächentemperatur habe im August bei 16,96 Grad Celsius und damit 0,85 Grad über dem Schnitt der Jahre 1991 bis 2020 gelegen, teilte Copernicus am Donnerstag in Bonn mit. Damit sei es 0,01 Grad wärmer gewesen als im Juli 2023, dem bisher heißesten Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Damals lag die globale Durchschnittstemperatur laut Copernicus bei 16,95 Grad Celsius. Die Klima-Fachleute stuften den Juli 2023 und den vergangenen August gemeinsam als die beiden wärmsten jemals gemessenen Monate ein. Das sei der Fall, wenn der Unterschied zwischen den Temperaturen bei weniger als 0,02 Grad liege, erläuterte eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd).
1,5-Grad-Grenze gerissen
Erstmals seit längerer Zeit wurde im vergangenen August auch wieder die für das Klimasystem wichtige 1,5-Grad-Grenze innerhalb eines Monats überschritten. Mit einer Erwärmung um 1,65 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit (1850 bis 1900) habe die globale Durchschnittstemperatur über dem Plus von 1,5 Grad gelegen. Zuletzt sei das im November 2025 der Fall gewesen.
Die internationale Staatengemeinschaft hatte sich vorgenommen, die Erderwärmung möglichst bei 1,5 Grad zu stoppen. Bei einem dauerhaften Überschreiten drohen irreversible Schäden für das Klimasystem. Das Ziel gilt inzwischen jedoch kaum noch als erreichbar, ohne zumindest zeitweise darüber zu liegen.
Verbrennung fossiler Brennstoffe
Besorgt äußerten sich die Copernicus-Fachleute auch über Rekordwerte bei den Meeresoberflächentemperaturen. Die Entwicklungen seien auf die Erderwärmung infolge der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie das Klimaphänomen El Niño zurückzuführen, hieß es. Die Beobachtungen zeigten, „wie der Klimawandel Extreme sowohl in der Atmosphäre als auch in den Ozeanen vorantreibt“, sagte Samantha Burgess, Leiterin für strategische Klimaforschung beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage.



