Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt hat die Kampagnenorganisation Campact eine Protestwelle angekündigt. Bereits am Montag solle in Berlin, Halle, Rostock und weiteren Städten demonstriert werden, teilte der Verein mit. Am Wochenende würden Demonstrationen im ganzen Land unterstützt, hieß es. Zur Kundgebung in Berlin am Montagabend vor dem Brandenburger Tor gemeinsam mit der Klimabewegung Fridays for Future werden laut Polizeiangaben 5.000 Menschen erwartet.
Der geschäftsführende Vorstand von Campact, Felix Kolb, nannte das Wahlergebnis von Magdeburg eine "unglaubliche Zäsur". Es treffe "Millionen Menschen hart - in Sachsen-Anhalt wie im gesamten Land". Mehr denn je sei nun eine starke Zivilgesellschaft gefragt, "die sich schnell und gut gegen die Rechtsextremen aufstellt", erklärte Kolb. "Verfassungsfeinde dürfen nicht regieren, das muss überall in Deutschland die Botschaft sein." Mit den Demonstrationen soll den Angaben zufolge auch Druck auf die BSW-Abgeordneten in Sachsen-Anhalt ausgeübt werden, eine Kooperation mit der AfD auszuschließen.
Eine Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt ist schwierig, denn vor der Wahl hatten alle anderen Parteien eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen. Das BSW äußerte sich offen für Gespräche. Dem vorläufigen Ergebnis zufolge erreichte die AfD bei der Wahl am Sonntag 43,8 Prozent der Stimmen. Außerdem sind die CDU, die SPD, die Grünen, die Linke und das BSW im künftigen Landtag vertreten. Die Mehrheit der Sitze im Parlament erreichte die AfD nicht.



