Bonifatiuswerk: AfD-Wahlerfolg würde soziale Einrichtungen gefährden

Bonifatiuswerk: AfD-Wahlerfolg würde soziale Einrichtungen gefährden
Das Bonifatiuswerk warnt vor den Folgen eines AfD-Wahlerfolgs bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Pläne der Partei könnten nach Einschätzung des katholischen Hilfswerks die Finanzierung kirchlicher und sozialer Einrichtungen gefährden.

Paderborn (epd). Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat der Präsident des katholischen Bonifatiuswerks, Manfred Müller, vor einem Wahlerfolg der AfD gewarnt. Die völkisch-nationalistischen und rechtsextremen Positionen der Partei stünden im Widerspruch zu christlichen Werten, erklärte Müller am Freitag in Paderborn. Der AfD-Landesverband in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Müller kritisierte Pläne der AfD, Staatsleistungen an die Kirchen einzuschränken, das Kirchensteuereinzugsverfahren durch das Land zu beenden und Mittel für Demokratieförderung und soziales Engagement zu kürzen. Dies bedrohe die finanzielle Grundlage von Schulen, Kindergärten, Jugendhilfeeinrichtungen und Bildungshäusern in kirchlicher Trägerschaft. Bei einem Wegfall staatlicher Zuschüsse müssten Länder und Kommunen viele Angebote vollständig selbst finanzieren.

Hilfswerk: Seit 1990 mehr als 200 Millionen Euro für ostdeutsche Projekte

Das Bonifatiuswerk fördert nach eigenen Angaben vor allem in Ostdeutschland unter anderem katholische Kindergärten, Jugendangebote und soziale Einrichtungen. Seit 1990 habe das Hilfswerk mehr als 200 Millionen Euro für Projekte in den ostdeutschen Bundesländern bereitgestellt.

Müller rief die Wahlberechtigten dazu auf, sich mit den Parteiprogrammen und deren gesellschaftlichen Folgen auseinanderzusetzen. Das Bonifatiuswerk unterstütze die Initiative „Bewusst wählen“ der katholischen Kirche, die mit Dialog- und Bildungsangeboten Polarisierung, Extremismus, Angst und Gleichgültigkeit entgegentreten wolle. Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Zwei Wochen später stehen die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an.