Lauterbach hält Zahl der Hitzetoten für "eher unterschätzt"

Lauterbach hält Zahl der Hitzetoten für "eher unterschätzt"
Rund 12.500 Hitzetote sind bislang in diesem Jahr laut Robert Koch-Institut zu verzeichnen. Diese Zahl sei eher noch unterschätzt, sagt Ex-Gesundheitsminister Lauterbach.

Düsseldorf (epd). Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geht davon aus, dass in Deutschland mehr Menschen an den Folgen von Hitze sterben als bislang geschätzt. Der Bundestagsabgeordnete sagte der „Rheinischen Post“ (Donnerstag): „Das Robert-Koch-Institut fährt eine eher konservative Methodik. Das heißt, dass die Zahl der Hitzetoten eher unterschätzt wird.“ Zugleich verteidigte er die Methodik. Der Ansatz des Robert Koch-Instituts (RKI) sei „gut vertretbar, denn die relativen Veränderungen lassen sich so trotzdem gut abbilden“.

Generell seien hitzebedingte Todesfälle methodisch nicht ohne Weiteres zu erfassen. „Die wenigsten Menschen sterben bei Hitze an einem klassischen Hitzschlag“, erläuterte der Mediziner. Eine hohe Hitzebelastung könne beispielsweise dazu beitragen, dass aus einem bestehenden Vorhofflimmern ein Schlaganfall entsteht. Ohne die Hitze wäre es möglicherweise nicht dazu gekommen.

Lauterbach will besseren Hitzeschutz durch Grundgesetzänderung

Hitzeperioden haben in diesem Jahr laut RKI in Deutschland bislang zu rund 12.500 Sterbefällen geführt. Um künftig einen besseren Hitzeschutz zu erreichen, sprach sich Lauterbach für eine Änderung des Grundgesetzes aus. Wirksamer Hitzeschutz koste viel Geld. Deshalb halte er den Vorstoß von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) für richtig, über eine Grundgesetzänderung nachzudenken.

Viele Kommunen seien hoch verschuldet und könnten die nötigen Maßnahmen nicht aus eigener Kraft finanzieren, sagte der SPD-Politiker. An CDU und CSU appellierte Lauterbach, den Weg für eine Änderung des Grundgesetzes freizumachen.