Rachel: Mit AfD über Wirtschaft statt Migration sprechen

Thomas Rachel
epd-bild/Christian Ditsch
Thomas Rachel (CDU) ist in der Bundesregierung Beauftragter für weltweite Religions- und Weltanschauungsfreiheit.
EKD-Ratsmitglied und Politiker
Rachel: Mit AfD über Wirtschaft statt Migration sprechen
Der CDU-Politiker Thomas Rachel will die AfD über eine inhaltliche Auseinandersetzung statt über ein Verbot stellen. Der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Thomas Rachel will die AfD über eine inhaltliche Auseinandersetzung statt über ein Verbot stellen. Etliche Punkte des Parteiprogramms seien bemerkenswert "unterbelichtet".

Thomas Rachel (CDU), setzt auf eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD statt auf ein Parteiverbot. "Die Parteien der demokratischen Mitte sollten mit der AfD nicht nur über Migration diskutieren, sondern über alle Punkte, die in ihrem Parteiprogramm bemerkenswert unterbelichtet sind: Wirtschafts- und Steuerpolitik, Verteidigungspolitik, Umweltpolitik, Rente, Krankenkassen, Kultur und Wissenschaft", schreibt der Bundestagsabgeordnete in einem Gastbeitrag für das christliche Monatsmagazin "zeitzeichen" (Online).

Die AfD stelle sich gern als Bewahrerin des christlichen Abendlandes dar, schrieb der evangelische Politiker aus dem nordrhein-westfälischen Düren weiter, der zugleich Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU und Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. Ein politisches Programm werde aber nicht dadurch christlich, dass es christliche Begriffe benutze. "Entscheidend ist, welches Menschenbild dahintersteht und welche Konsequenzen daraus gezogen werden. Völkischer Nationalismus ist mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild unvereinbar."

Unteilbare Menschenwürde nicht diskutabel

Christinnen und Christen könnten in vielen politischen Fragen unterschiedlicher Auffassung sein: in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, bei der Gestaltung der Migration, in Fragen von Sicherheit, Klima oder europäischer Integration. "Nicht zur Disposition stehen aber die unteilbare Menschenwürde, der Schutz von Minderheiten und die Verantwortung für Menschen, die verfolgt werden."