Gorleben, Ahaus (epd). Nach dem mutmaßlichen Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf den Flughafen Leipzig sehen Umweltschützer ihre Warnungen vor ähnlichen Attacken auf Atommülllager bestätigt. Immer wieder sei der Hinweis auf die Drohnengefahr für die Zwischenlager weggewischt worden mit der Bemerkung, dies sei unwahrscheinlich, sagte Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd).
In Gorleben und in den 15 weiteren deutschen Atommüllzwischenlagern für hochradioaktiven Müll würden insgesamt 1.900 Castorbehälter für rund 100 Jahre oberirdisch gelagert, fügte Ehmke hinzu. Bei den anstehenden Genehmigungen für eine verlängerte Zwischenlagerung müsse Vorsorge gegen Terrorschläge Bedingung sein. „Das heißt zumindest für Ahaus und Gorleben mit den geringen Wand- und Deckenstärken eine robuste Nachrüstung, sprich Neubau.“
Warnung auch vor Drohnenangriffen auf Castortransporte
Aus Sicht der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt zeigt der Vorfall am Flughafen Leipzig, wo eine mit Sprengstoff beladene Drohne gefunden wurde, „dass solche Anschlagsszenarien leider real sind“. Neben Zwischenlagern seien auch Atommülltransporte gefährdet. Es handele sich um „rollende Zielscheiben, die sich nicht sichern lassen und sofort gestoppt werden müssen“. Seit Ende März und noch für mehrere Monate laufen Castortransporte vom früheren Atomforschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus.



