Älteste Karte des Heiligen Landes wird zugänglich

Madaba-Karte
Universität Göttingen, Katrin Pietzner
Die Madaba-Karte in der Sammlung der Gipsabgüsse antiker Skulpturen der Universität Göttingen.
Universität Göttingen
Älteste Karte des Heiligen Landes wird zugänglich
Die Universität Göttingen macht die älteste erhaltene Karte des Heiligen Landes analog und digital erlebbar. Sie soll mit neuen Vermittlungsangeboten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Eine Kopie der ältesten Karte des Heiligen Landes wird von der Uni Göttingen zugänglich gemacht und darüber hinaus digital und interaktiv vermittelt. Wie die Hochschule mitteilte, entwickeln Studierende im Projekt "Auf der Karte nach Jerusalem" neue Vermittlungsangebote rund um die sogenannte Madaba-Karte. Das Original ist Teil eines Bodenmosaiks in der Georgskirche im jordanischen Madaba. Es entstand im 6. Jahrhundert und gilt damit als älteste erhaltene kartografische Darstellung des Heiligen Landes und insbesondere Jerusalems. Das Mosaik besteht aus tausenden Steinchen. 

Älteste Karte des Heiligen Landes

Die großformatige Kopie der Karte in der Sammlung der Universität Göttingen wurde in den 1970er Jahren auf Grundlage von Originalabformungen angefertigt. Sie sei ein wichtiges Dokument der Forschungsgeschichte und eindrucksvolles Schauobjekt, das Städte, Landschaften und Pilgerorte vom Libanon bis zum Nildelta zeigt, betonte der Projektleiter Dr. Jon C. Cubas Díaz. "Auf diese Weise wird deutlich, wie man sich in der Spätantike die biblische Landschaft vorstellte." Er erklärt: "Diese Kopie ist nicht nur ein eindrucksvolles Schauobjekt, sondern auch ein wichtiges Dokument der Forschungsgeschichte der Madaba-Karte".

Digitale Vermittlung geplant

Im Projekt untersuchen die Studierenden sowohl die Forschungsgeschichte zum Original sowie die Entstehungshintergründe der Göttinger Kopie und entwickeln Angebote für verschiedene Zielgruppen. Geplant sind interaktive Stationen mit hochauflösenden Bilddaten, Virtual-Reality-Elemente für einen virtuellen Besuch der Kirche in Madaba sowie Pop-up-Formate in Universität, Stadt und Region. Die Angebote sollen sich unter anderem an Kinder, Schulklassen, Kirchengemeinden, interessierte Besucher sowie Fachleute richten.