CDU-Abgeordnete warnt vor Ausbeutung von Leihmüttern

CDU-Abgeordnete warnt vor Ausbeutung von Leihmüttern
"Nicht alles, was medizinisch machbar ist, ist auch ethisch akzeptabel", sagt die CDU-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmeier-Becker zum Thema Leihmutterschaft. Anlass ist deren Inanspruchnahme durch Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU).

Berlin (epd). In der Debatte um die Elternschaft von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) und seinem Mann mithilfe einer Leihmutter in den USA hat die CDU-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmeier-Becker vor Missbrauch und Ausbeutung von Frauen gewarnt. „Nicht alles, was medizinisch machbar ist, ist auch ethisch akzeptabel“, sagte die Christdemokratin dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Samstag). „Menschliches Leben darf nicht zur Ware gemacht, eine Frau darf nicht auf ihre biologische Funktion reduziert werden. Das widerspricht der Menschenwürde und öffnet den Weg für Missbrauch und Ausbeutung.“

Die CDU sei deshalb gegen jede Form von Leihmutterschaft, unterstrich Winkelmeier-Becker. Zugleich wies die Parlamentarierin darauf hin, dass Reproduktionsmedizin ein wachsender Markt in Deutschland sei, der auf neue lukrative Geschäftsmodelle ohne ethische Limits hoffe. „Es wird schwerer, bleibt aber aus meiner Sicht umso notwendiger, dagegenzuhalten“, sagte die CDU-Politikerin. Ohne namentlich auf Spahn einzugehen, erklärte sie: „Wenn ein Kind auf diesem Weg geboren wird, ist es natürlich genauso willkommen wie jedes andere Kind.“

CDU lehnt Legalisierung der Leihmutterschaft ab

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Spahn und sein Mann Daniel Funke mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden sind. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Die CDU lehnt eine Legalisierung ab und bekräftigte das auf ihrem jüngsten Parteitag. Spahn ist nach Bekanntwerden der Elternschaft aus den Reihen seiner Partei in die Kritik geraten. Aus dem Landesverband Mecklenburg-Vorpommern gab es eine Rücktrittsforderung.

Am Freitag hatte Spahn sich erstmals selbst in der Sache zu Wort gemeldet und seine persönliche Entscheidung verteidigt. Er sagte in dem Podcast des „Bild“-Journalisten Paul Ronzheimer, er habe bei dem Thema „einen Prozess“ durchgemacht. Er räumte ein, mit seinem Handeln im Widerspruch zur Haltung seiner Partei zu stehen.