Hollywoodstar Diane Kruger wird 50

Diane Kruger Porträt
imageBROKER/Christian Ender
Die talentierte Diane Kruger.
Von Niedersachsen in die Welt
Hollywoodstar Diane Kruger wird 50
Sie ist eine der wenigen deutschen Schauspielerinnen, die international gefeiert wird: Diane Kruger. "Je älter ich wurde, desto spannender wurden die Rollen", sagt sie. Jetzt wird Kruger 50. Und denkt dabei auch an ihre Tochter.

"Es geht vorwärts, solche Etappen gehören im Leben dazu. Ich weiß gar nicht, ob diese runde Zahl an sich wirklich etwas für mich repräsentiert." So nüchtern kommentierte Schauspielerin Diane Kruger vor wenigen Monaten im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) ihren bevorstehenden 50. Geburtstag, den sie am 15. Juli feiert. Der nüchterne Pragmatismus mag ihrer Herkunft geschuldet sein: Der internationale Star wurde, damals noch mit dem Nachnamen Heidkrüger, 1976 als Tochter eines Computerspezialisten und einer Bankangestellten im niedersächsischen Algermissen bei Hildesheim geboren.

Gänzlich unsentimental blickt Kruger allerdings nicht aufs Älterwerden: "Inzwischen ist jeder Geburtstag für mich vor allem eine Erinnerung daran, wie viele Sommer ich noch mit meinem Kind erleben darf. Bevor ich Mutter wurde, habe ich ganz anders in die Zukunft geblickt: Diese große Reise machst du nächstes Jahr, jenes Projekt kannst du auch später in Angriff nehmen. Sobald meine Tochter Nova da war, habe ich angefangen zu zählen, wie viele Sommerferien sie in ihrem Leben wohl mit mir wird verbringen wollen. Und mit jedem Geburtstag werden es weniger." Ihre Tochter wurde 2018 geboren. Mit Novas Vater, dem US-Schauspieler Norman Reedus, ist Kruger seit den Dreharbeiten zum gemeinsamen Film "Sky" (2015) zusammen.

Diane Kruger ist heute eine der - zumal im Ausland - erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen. Mit 15 Jahren brach sie nach dem Gewinn eines Modelwettbewerbs der Agentur Elite in der Heimat ihre Zelte ab und ging auf eigene Faust nach Paris. Schnell startete sie auf den Laufstegen und vor allem mit Mode-Shootings durch, eine Freundschaft zu Karl Lagerfeld folgte. Doch in Deutschland traute man einem Model jenseits des guten Aussehens damals selten viel zu.

In ihrer Wahlheimat Frankreich, wo sie später auch eine Schauspielschule absolvierte, allerdings sah die Sache anders aus. Mit Mitte 20 begann Kruger, erste Rollen als Schauspielerin zu übernehmen, unter der Regie von Cédric Klapisch oder ihres ersten Ehemanns Guillaume Canet. In Hollywood besetzte Wolfgang Petersen sie für "Troja" als Helena, die schönste Frau ihrer Zeit. Schnell stellte Kruger in so unterschiedlichen Filmen wie "Das Vermächtnis der Tempelritter" mit Nicolas Cage oder "Klang der Stille" von Agnieszka Holland ihr darstellerisches Können unter Beweis.

Ehrenorden des französischen Kulturministeriums

In Frankreich drehte sie unter anderem mit Benoît Jacquot und Fabienne Berthaud. Für die Rolle als Schauspielerin im Dienst der Alliierten in Quentin Tarantinos Welterfolg "Inglourious Basterds" wurde sie als beste Nebendarstellerin für den Preis der US-Schauspielgewerkschaft SAG nominiert und von diversen Kritikerverbänden ausgezeichnet. Fünf Jahre später erhielt sie einen Ehrenorden des französischen Kulturministeriums und wurde zur "Officière de l’ordre des Arts et des Lettres". Heute lebt Kruger, die 2022 auch das Kinderbuch "Dein Name" veröffentlichte, mit ihrer Familie in Paris und New York.

Erfolg in Deutschland mit Fatih Akin

Es war Regisseur Fatih Akin, der Kruger schließlich auch ins deutsche Kino holte: In seinem schonungslosen Film "Aus dem Nichts" über rechtsextreme Gewalt und deren Folgen spielt sie eine Frau, die ihren kurdischen Mann und den gemeinsamen Sohn bei einem Anschlag verliert und auf Rache sinnt. Beim Filmfestival in Cannes wurde sie dafür 2017 als beste Darstellerin ausgezeichnet. Neben ihr erhielten bis heute nur zwei weitere deutsche Schauspielerinnen diese Auszeichnung, Hanna Schygulla und Barbara Sukowa.
"Fatih ist mein Bruder", sagt Kruger über den Regisseur, in dessen "Amrum" sie zuletzt eine Nebenrolle als nordfriesische Bäuerin übernimmt und mit ihrem prominenten Namen half, die Finanzierung des Films zu sichern. "Wir verstehen uns eigentlich blind und ohne Worte. Und ich bin mir sicher, dass wir noch weitere gemeinsame Filme vor uns haben."

"Je älter ich wurde, desto spannender wurden die Rollen. Wenn man nicht mehr ins Rollenfach der jungen, naiven Frau fällt, spielt man plötzlich viel diversere Figuren, mit denen man viel mehr erzählen kann", sagte sie. Mit zwei höchst unterschiedlichen, von der Kritik gefeierten Serien-Rollen untermauert Diane Kruger dies eindrucksvoll: In der französischen Produktion "The Seduction" - der Vorgeschichte von "Gefährliche Liebschaften" - ist sie als intrigante Madame de Rosemonde zu sehen, in "Little Disasters" als überforderte Mutter. Und mit dem Episodenfilm "Each of Us" über vier weibliche Gefangene im Frauen-KZ Ravensbrück ist der nächste Film bereits abgedreht.