Spahn zu Leihmutterschaft: Ich stelle mich der Debatte

Spahn zu Leihmutterschaft: Ich stelle mich der Debatte
Jens Spahn verteidigt seine Entscheidung, durch Leihmutterschaft Vater geworden zu sein. Der Unionsfraktionschef räumt den Widerspruch zur Position seiner Partei ein. Er habe aber nichts in Deutschland Verbotenes getan, betont er.

Berlin (epd). In der Debatte über die Inanspruchnahme einer Leihmutterschaft hat sich Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) erstmals selbst zu Wort gemeldet. In der am Freitag veröffentlichten Folge des Podcasts von „Bild“-Journalist Paul Ronzheimer verteidigt Spahn seine persönliche Entscheidung. Er habe bei dem Thema „einen Prozess“ durchgemacht, sagt Spahn und räumt gleichzeitig ein, mit seinem Handeln im Widerspruch zur Haltung seiner Partei zu stehen.

„Ich sehe es offenkundig anders, aber akzeptiere einen Parteitagsbeschluss meiner Partei“, sagte Spahn. Er sagt an anderer Stelle auch, dass er sich der Debatte stellen wolle und die Frage, ob er Fraktionschef bleiben kann, in die Verantwortung der Fraktion geben wolle. Er werde „die Frage, wie es weitergeht, mit der Fraktion natürlich erörtern, wenn wir uns im September wiedersehen“, sagte er.

Spahn: Nicht verboten, Eltern durch Leihmutterschaft zu werden

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Spahn und sein Mann mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden sind. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Die CDU lehnt eine Legalisierung ab und bekräftigte das auf ihrem jüngsten Parteitag.

Spahn sagte, es sei in Deutschland verboten, eine Leihmutterschaft zu vermitteln oder ärztlich daran mitzuwirken. „Es ist in Deutschland nicht verboten, Eltern durch Leihmutterschaft zu werden“, ergänzte er mit Verweis auf Urteile, die eine Anerkennung der Elternschaft der Wunscheltern bei im Ausland in Anspruch genommenen Leihmutterschaften ermöglichen.

Zum Vorwurf der Doppelmoral sagte Spahn, er könne das einerseits nachvollziehen. Es beschäftige ihn aber, „wie sich die Debatte in der Wortwahl entwickelt hat“, ergänzte er, ohne auf konkrete Formulierungen Bezug zu nehmen. Spahn steht seit dem Bekanntwerden seiner Vaterschaft in der Kritik in der eigenen Partei, aus dem Landesverband Mecklenburg-Vorpommern gab es eine Rücktrittsforderung.