Neonazi Liebich ins Männergefängnis verlegt

Neonazi Liebich ins Männergefängnis verlegt
Ein verurteilter Neonazi hatte sein Geschlecht ändern lassen, will seine Haftstrafe nun in einem Frauengefängnis absitzen. Die Behörden sehen das offenbar anders.

Dresden, Zeithain (epd). Neonazi Marla Svenja Liebich soll die verhängte Haftstrafe in einem Männergefängnis verbüßen. Laut den Behörden wurde Liebich aus dem Frauengefängnis Chemnitz nach Zeithain im Landkreis Meißen verlegt. Sachsens Justizministerin Constanze Geiert (CDU) erklärte am Donnerstag in Dresden, es sei schnell Klarheit geschaffen worden, die Justizvollzugsanstalt in Chemnitz habe sich „nicht auf Inszenierungen eingelassen“.

Mit der Verlegung in den Männervollzug sei „auch eine Entscheidung zugunsten der Sicherheit der Frauen im Justizvollzug in Chemnitz“ gefallen. Liebich war 2023 als Mann von einem deutschen Gericht wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu anderthalb Jahren Haft verurteilt worden. Später hatte er seinen Geschlechtseintrag ändern lassen.

Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes?

Kritiker halten dies für eine Provokation und sprechen von einem Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes. Offiziell gilt Liebich als Frau.

Im Mai 2025 hatte das Oberlandesgericht Naumburg eine Revision Liebichs verworfen. Die 55-jährige Person ließ ihr Geschlecht von männlich auf weiblich und ihren Vornamen von Sven zu Marla Svenja ändern. Beim Amtsgericht in Halle steht noch eine Entscheidung darüber aus, ob die Änderungen rückgängig gemacht werden können.

Liebich sollte die Haftstrafe schon Ende August 2025 antreten, war aber zuvor untergetaucht. In Tschechien wurde die Person festgenommen und saß dort vor der Auslieferung an Deutschland im Gefängnis. Sie hatte angegeben, in einem deutschen Männergefängnis um ihr Leben zu fürchten.