Drogenbeauftragter: Kokain in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Drogenbeauftragter: Kokain in der Mitte der Gesellschaft angekommen
Der europäische Drogenmarkt wird zurzeit mit Kokain aus Südamerika geflutet. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung setzt die Hoffnung auf Kooperationsprojekte der Staaten, um den Schmuggel und Handel mit dem Rauschgift einzudämmen.

Hannover, Hamburg (epd). Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, hat vor steigendem Kokainkonsum in Deutschland gewarnt. „Kokain ist leider keine Randdroge mehr“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag dem Radiosender NDR Info. Es sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es gebe ganze soziale Gruppen, die die Droge „vielleicht sogar mit der ganzen Familie am Essenstisch“ konsumierten. Zudem werde die Droge inzwischen auch über soziale Medien und QR-Codes im öffentlichen Raum vertrieben.

Auch sei zurzeit eine Rauchgiftschwemme aus Südamerika zu beobachten, sagte Streeck. „Kokain war noch nie so rein, so wenig gestreckt und so billig zu bekommen wie derzeit.“ Der Politiker warnte, dass der Konsum von Kokain eine körperliche Wirkung habe, die unter anderem zu Herz- und Schlaganfällen führen könne. Zudem handele es sich um eine Substanz, die sehr stark süchtig mache. „Es ist sehr schwer, psychisch da herauszukommen.“

Drogenschwemme schwierig einzudämmen

Die politischen Handlungsmöglichkeiten gegen die Kokainschwemme sieht Streeck als begrenzt an. Der „Krieg gegen die Drogen“ habe über die Jahre nur wenig Erfolg gebracht. Der Drogenbeauftragte sprach sich für europäische Zusammenarbeit aus und verwies auf Projekte wie die deutsch-französische Hafenallianz, die sich im Kampf gegen den Drogenschmuggel zusammengeschlossen habe.

Außerdem plädierte er für mehr Prävention und mehr Aufklärung. Zudem seien Substitutionsbehandlungen für Abhängige notwendig, damit sie von der Droge loskämen.