Berlin (epd). Die Diakonie Deutschland appelliert an die Politik, mehr Geld für den Hitzeschutz sozialer Einrichtungen bereitzustellen. Bund, Länder und Kommunen müssten Hitzeschutz als Pflichtaufgabe in die Klimaanpassungsplanung aufnehmen, forderte Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch am Donnerstag in Berlin. Der Bund müsse Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität für den Schutz sozialer Einrichtungen bereitstellen.
„Unterlassener Hitzeschutz kostet Menschenleben“, erklärte Schuch. Hitzeschutz in Pflegeheimen, Kitas und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen sei „kein Luxus, sondern überlebenswichtig“. Der Schutz von Pflegebedürftigen, Menschen mit Behinderungen und Personal erfordere eine dauerhafte Aufnahme der Kosten in die Regelfinanzierung sowie finanzielle Unterstützung bei der energetischen Sanierung der mehr als 100.000 Sozialimmobilien der Freien Wohlfahrtspflege.
Frage der sozialen Gerechtigkeit
Auswirkungen der Klimakrise seien zudem eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, erklärte die Diakonie Deutschland, da Menschen mit geringem Einkommen besonders häufig unter den Folgen extremer Hitze litten. Wohnungen in sozial benachteiligten Quartieren heizten sich im Sommer übermäßig auf, Grünflächen und kühlende Rückzugsorte fehlten hingegen. „Klimaanpassung darf keine freiwillige Zusatzaufgabe bleiben, sondern muss Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge werden“, sagte Schuch.




