Berlin (epd). Forschende des Robert Koch-Instituts (RKI) haben Daten zum Übergewicht von eingeschulten Kindern aus den vergangenen zwei Jahrzehnten untersucht. Im Schnitt waren demnach 10,4 Prozent der Kinder im Zeitraum der Einschulungsjahre 2006 bis 2024 übergewichtig (Body-Mass-Index über 25) oder gar adipös (Body-Mass-Index über 30), wie das RKI am Mittwoch in Berlin mitteilte. Die Häufigkeiten schwankten über den Zeitraum hinweg demnach zwischen 8,6 und 13,4 Prozent. Darunter befanden sich zwischen 3,7 und 5,9 Prozent adipöse Kinder. Bei Adipositas handelt es sich um eine chronische Erkrankung.
Dabei stellte die Studie fest, dass Kinder, die in Regionen mit „hoher Deprivation“ aufwuchsen, also mit schlechteren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen, häufiger von Adipositas betroffen waren. Die Ergebnisse würden bestätigen, dass Armut schon im Kindesalter einen wichtigen Risikofaktor für die Krankheit darstellt.
Anstieg mit Corona-Pandemie
In mehreren Bundesländern sei ein Anstieg nach Beginn der Corona-Pandemie 2020 verzeichnet worden, der danach wieder abfiel. Der höchste Gesamtwert lag im Jahr 2021 mit 13,4 Prozent, der niedrigste im letzten Untersuchungsjahr, 2024, mit 8,6 Prozent. Von Übergewicht waren Mädchen und Jungen gleichermaßen betroffen. Am wenigsten waren Kinder in städtischen Kreisen betroffen.
Die Ergebnisse der Studie wurden am Mittwoch im Fachmagazin „Journal of Health Monitoring“ veröffentlicht. Die Daten beruhen auf den Schuleingangsuntersuchungen von knapp 4,27 Millionen Kindern im Alter von vier bis sieben Jahren.




