Essen (epd). Die Zahl der Pflege-Begutachtungen von Kindern und Jugendlichen hat sich laut dem Pflegereport des Medizinischen Diensts Bund binnen zehn Jahren fast vervierfacht. Sie sei zwischen 2015 und 2025 von rund 53.000 auf etwa 190.000 gestiegen, teilte der Medizinische Dienst am Mittwoch in Essen mit.
Bei jungen Menschen führten vor allem psychische, seelische und Entwicklungsstörungen zu einer Pflegebedürftigkeit. Die meisten Erwachsenen würden im Alter zwischen 75 und 90 Jahren pflegebedürftig, teilte der Medizinische Dienst weiter mit, wobei knapp die Hälfte der Versicherten erst dann Leistungen beantrage, wenn ihre Selbstständigkeit und ihre Fähigkeiten bereits erheblich beeinträchtigt sind.
Neun von zehn Pflegebedürftigen leben zu Hause
Im vergangenen Jahr erhielten laut Pflegereport 29 Prozent der erstmaligen Antragssteller den geringsten Pflegegrad 1. Mehr als ein Drittel (34,5 Prozent) wurden in den Pflegegrad 2 eingestuft, weitere 11,7 Prozent in den Pflegegrad 3. Den Pflegegrad 4 erhielten im vergangenen Jahr 2,7 Prozent der erstmaligen Antragssteller zugewiesen, 0,9 Prozent den höchsten Pflegegrad 5.
Rund neun Zehntel der Pflegebedürftigen lebe in den eigenen vier Wänden, hieß es weiter. Mehr als die Hälfte der Pflegebedürftigen (59,6 Prozent) organisiere ihre Pflege mit Hilfe von An- und Zugehörigen selbst. 11,2 Prozent beantragten ambulante Sachleistungen, etwa einen Pflegedienst. Weitere 19,3 Prozent beantragten eine Kombination aus Pflegegeld und ambulanten Sachleistungen. 9,4 Prozent entschieden sich für eine stationäre Pflege. Anders als die Zahl der Pflegebedürftigen insgesamt blieb die Zahl der Menschen in Pflegeheimen fast unverändert.




