Überschuldung am häufigsten durch Krankheit oder Sucht ausgelöst

Überschuldung am häufigsten durch Krankheit oder Sucht ausgelöst
Mehr als die Hälfte der Menschen, die eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchen, lebt allein. Die durchschnittliche Schuldenhöhe der beratenen Personen beläuft sich auf rund 35.000 Euro.

Wiesbaden (epd). Gesundheitliche Probleme sind die häufigste Ursache für Überschuldung in Deutschland. Bei den Schuldnerberatungsstellen wurden im vergangenen Jahr Erkrankung, Sucht oder Unfall in 18 Prozent der Fälle als Hauptauslöser der finanziellen Schwierigkeiten genannt, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Als zweithäufigste Ursache wurde Arbeitslosigkeit mit rund 17 Prozent angegeben.

Die durchschnittliche Schuldenhöhe aller beratenen Personen belief sich den Angaben zufolge auf 34.650 Euro. Männer wiesen dabei mit 39.717 Euro eine höhere durchschnittliche Schuldenhöhe auf als Frauen mit 29.500 Euro.

Finanzielle Probleme nach Scheidung

Bei Alleinerziehenden waren familiäre Veränderungen besonders häufig Anlass für finanzielle Schwierigkeiten. Für alleinerziehende Frauen war in rund 23 Prozent der Fälle eine Trennung, eine Scheidung oder der Tod des Partners beziehungsweise der Partnerin der Hauptauslöser der Geld-Probleme. Bei alleinerziehenden Männern lag dieser Anteil ebenfalls bei etwa 23 Prozent. Die durchschnittliche Schuldenhöhe alleinerziehender Mütter belief sich auf 34.386 Euro. Alleinerziehende Väter wiesen mit durchschnittlich 46 219 Euro eine deutlich höhere Schuldenlast auf.

Die Betrachtung der Haushaltsgröße zeigt, dass Einpersonenhaushalte im Jahr 2025 die größte Gruppe unter den Ratsuchenden bildeten. Mehr als die Hälfte (knapp 52 Prozent) aller beratenen Personen lebte allein. Bei knapp einem Viertel dieser Personen (rund 24 Prozent) waren gesundheitliche Probleme der wichtigste Hauptauslöser der Überschuldung.

Die durchschnittlichen Verbindlichkeiten aller Einpersonenhaushalte beliefen sich auf 32.155 Euro. Auch bei den Alleinlebenden zeigten sich deutliche Unterschiede bei der Schuldenhöhe zwischen den Geschlechtern. Während alleinlebende Männer durchschnittliche Verbindlichkeiten von 35.293 Euro aufwiesen, lagen diese bei alleinlebenden Frauen mit durchschnittlich 27.629 Euro deutlich niedriger.