Berlin (epd). Das katholische Hilfswerk Misereor hat die Bundesregierung vor weiteren Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit gewarnt. „Frieden entsteht nicht allein durch militärische Abschreckung“, erklärte Misereor-Hauptgeschäftsführer Andreas Frick am Dienstag in Berlin zur Vorstellung des Jahresberichts 2025.
Frieden entstehe dort, „wo Menschen Perspektiven haben, wo Hunger bekämpft wird, wo junge Menschen Bildung und Arbeit finden“. Wer hier kürze, untergrabe genau jene Grundlagen, die langfristig Sicherheit ermöglichen. „Das ist strategisch kurzsichtig“, sagte Frick zu den geplanten Kürzungen im Bundeshaushalt.
Mehr diplomatische Konfliktlösung nötig
Misereor appellierte an die Bundesregierung, ihre Anstrengungen für Frieden, diplomatische Konfliktlösungen und Stabilität deutlich zu verstärken. Die weltweiten Folgen der aktuellen Kriege und Krisen, etwa im Nahen Osten und Sudan, seien dramatisch. „Die Zahl der Menschen, die durch bewaffnete Konflikte in den Hunger getrieben wurden, hat sich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt“, erklärte Frick.
Laut dem vom Bundeskabinett gebilligten Haushaltsentwurf 2027 stehen dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im kommenden Jahr nur noch knapp 9,5 Milliarden Euro zur Verfügung, knapp 600 Millionen Euro weniger als in diesem Jahr. 2023 lag der Etat noch bei rund 12,16 Milliarden Euro.
Misereor standen 2025 mit Spenden und Mitteln des Entwicklungsministeriums 234 Millionen Euro zur Verfügung. Aktuell unterstützt die Organisation weltweit mehr als 1.600 Partnerorganisationen in mehr als 80 Ländern.




