Kipping warnt vor Benachteiligung Ärmerer bei Urlaubsreisen

Kipping warnt vor Benachteiligung Ärmerer bei Urlaubsreisen
Etwa jeder Fünfte konnte sich im Jahr 2025 keinen Urlaub leisten. Die Chefin des Paritätischen Gesamtverbandes fordert mehr Verteilungsgerechtigkeit.

Berlin (epd). Die Geschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbandes, Katja Kipping (Linke), beklagt, dass immer weniger Menschen genug Geld für einen Urlaub haben. „Dass Menschen sich noch nicht einmal eine Woche Camping-Urlaub leisten können, ist schon ein Ausdruck einfach von einer sozialen Spaltung und von einer zunehmenden, auch sich verschärfenden Armut“, sagte Kipping am Dienstag im RBB-Inforadio. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts fehlten im vergangenen Jahr 21 Prozent der Bevölkerung die finanziellen Mittel, um eine Woche zu verreisen.

Die ehemalige Berliner Sozialsenatorin betonte, dass dies nicht nur für Sozialhilfeempfänger gelte. „Es gibt Menschen, die fallen in Armut, weil die Löhne zu niedrig sind“, sagte Kipping. Häufig würden auch steigende Wohnkosten für den Urlaub gedachte Ersparnisse aufbrauchen. Sie plädierte daher für mehr Verteilungs- und Steuergerechtigkeit sowie „Sozialleistungen, die sicher vor Armut schützen“. Insbesondere „Überreiche“ müssten stärker belastet werden.

Besonders für Familien wichtig

Ferner forderte Kipping eine gute soziale Infrastruktur für preiswertere Formen des Verreisens. Dazu zählten Schullandheime oder Jugendherbergen, die oft auch für die ganze Familie einen bezahlbaren Urlaub böten. Aus Sicht Kippings ist es gerade für Kinder wichtig, in den Ferien auch mit ihren Eltern zu verreisen. „Familienurlaub, das ist die Zeit, wo vielleicht besonders wertvolle Erinnerungen entstehen, wo die Fotos geknipst werden, die man dann später mal ins Fotoalbum reinklebt“, betonte sie.