Berlin (epd). Knapp ein Viertel aller Landkreise und kreisfreien Städte (98) besitzt laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) mindestens ein hohes Risiko für schwere Schäden bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser. In weiteren 184 Kreisen herrscht ein mäßig hohes Risiko, wie aus dem am Montag von der DUH veröffentlichen „Hochwasser-Check 2026“ hervorgeht. Der Hochwasser-Risikograd wurde demnach aus der bei einem Jahrhunderthochwasser potenziell von Schäden betroffenen Fläche und den aktuell gefährdeten Wohnadressen errechnet.
Den höchsten Risikograd weist laut Studie der Ortenaukreis in Baden-Württemberg auf. Unter den zehn am höchsten eingestuften Kreisen liegen vier in Baden-Württemberg und zwei in Bayern.
Der Bundesgeschäftsführer der DUH, Sascha Müller-Kraenner, forderte angesichts der Ergebnisse einen flächendeckenden Hochwasserschutz in Deutschland. Die effektivste Maßnahme sei demnach der Auenschutz. Besonders an dicht besiedelten Flussläufen sei das potenzielle Schadensmaß besonders hoch.
Fünf Jahre nach Ahrtal-Katastrophe
Erstmals betrachtete die DUH das Hochwasserrisiko auf Kreisebene. Im Jahr 2025 hatte die DUH beim Hochwasser-Check die Ebene der Bundesländer untersucht. Aufgrund eines im Vergleich zum vergangenen Jahr veränderten Datensatzes verringerte sich die Risiko-Bewertung für Niedersachsen von „extrem“ auf „sehr hoch“ und der Stadtstaaten Bremen und Hamburg von „mäßig“ auf „gering“.
Mitte Juli 2021, vor fünf Jahren, kamen in Deutschland infolge von Flutkatastrophen 185 Menschen ums Leben. 136 davon starben in Rheinland-Pfalz, fast alle im Ahrtal. 49 Tote gab es in Nordrhein-Westfalen.




