Berlin (epd). Mit einer achtwöchigen Kampagne will das Bundesfamilienministerium auf ein Beratungsangebot für Kinder von Eltern mit Suchterkrankungen und psychischen Krankheiten aufmerksam machen. Bei „Hilfen im Netz“ bekämen betroffene Kinder direkte Unterstützung und Zugang zu weiteren Hilfesystemen, teilte Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) am Freitag in Berlin mit. Bundesweit finde eine anonyme und kostenlose Beratung statt, die telefonisch oder schriftlich erfolgen könne, hieß es.
Rund 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche sind laut Bundesfamilienministerium in Deutschland im Verlauf eines Jahres mit einer Suchterkrankung oder einer psychischen Krankheit eines Elternteils konfrontiert. Sie könnten so selbst krank werden und hätten ein erhöhtes Risiko, später eine Sucht zu entwickeln, erklärte der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, vorab. Frühe Hilfe sei daher Suchtprävention.
Förderung um drei Jahre verlängert
Neben betroffenen Kindern und Jugendlichen können sich den Angaben nach auch Fachkräfte bei „Hilfen im Netz“ informieren. „Hilfen im Netz“ werde seit Oktober 2023 betrieben, zu Beginn mit einer auf drei Jahre angelegten Förderung. Diese Förderung sei im Juni um weitere drei Jahre verlängert worden.
Betreut werde das Projekt von der Drogenhilfe Köln und der Interessenvertretung „Nacoa“. Die Interessenvertretung setzt sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein, die von der Sucht ihrer Eltern betroffen sind. Das Unternehmen Wall stelle für die Kampagne bundesweit 5.000 Flächen für einen Zeitraum von acht Wochen kostenlos zur Verfügung.




