SPD-Spitzenkandidat: Unmut im Osten über Rentenpläne

SPD-Spitzenkandidat: Unmut im Osten über Rentenpläne
Die geplante Abschaffung der vorgezogenen abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte sorgt für Diskussionen. Gerade in Ostdeutschland hätten viele damit ein Problem, sagte der sachsen-anhaltische SPD-Spitzenkandidat.

Berlin, Magdeburg (epd). Im Osten Deutschlands gibt es nach den Worten des sachsen-anhaltischen SPD-Spitzenkandidaten Armin Willingmann verbreiteten Unmut über Teile des Rentenpakets der Bundesregierung. Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag, Print) sagte Willingmann, er habe „ein echtes Problem“ damit, wenn die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abgeschafft würde. Dies treffe auch auf „zahllose Menschen, gerade in Ostdeutschland“ zu.

Viele Menschen hätten jahrzehntelang gearbeitet und sich darauf verlassen, nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente gehen zu können. „Das wird als ebenso angemessen wie gerecht empfunden“, sagte Willingmann. Gerade für Sozialdemokraten müssten die Reformen ausgewogen sein: „Und da kollidiert die auf ein längeres Leben abstellende Begründung dieser Neuregelung schlicht damit, dass die Lebenserwartung der Menschen in Sachsen-Anhalt rückläufig ist.“ Wenn seine Partei den Menschen einen solchen Einschnitt zumute, müsse zudem erkennbar sein, was die SPD im Gegenzug erreicht habe.

33 Vorschläge der Rentenkommission

Ende Juni hatte die von der Bundesregierung beauftragte Rentenkommission 33 Vorschläge vorgelegt. Dazu gehören neben der Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung eine kapitalgedeckte Rentenkomponente, die Abschaffung der vorgezogenen abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte und Änderungen bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. In Umfragen liegt die AfD vorn, deren Landesverband vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird.