Berlin (epd). Vorstandssprecher Thorsten Schäfer-Gümbel hat einen grundsätzlichen Umbau der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) angekündigt. Angesichts veränderter politischer Prioritäten, zunehmender Kritik an der internationalen Zusammenarbeit und eines millionenschweren Veruntreuungsskandals bei GIZ-Projekten im Jemen sei ein „Weiter so wie bisher für uns keine Option“, sagte Schäfer-Gümbel am Donnerstag in Berlin. Die GIZ wolle „besser, schneller und wirksamer“ arbeiten und mit Transparenz eine zukunftssichere Entwicklungszusammenarbeit gestalten.
Aus GIZ-Projekten im bürgerkriegsversehrten Jemen waren Veruntreuungen in Millionenhöhe ans Licht gekommen. „Unsere Compliance- und Kontrollstandards haben gegriffen und die kaufmännischen Unregelmäßigkeiten aufgedeckt“, sagte Schäfer-Gümbel. Der Fall werde konsequent weiterverfolgt, alle „Fehlbeträge an Auftraggeber zurückgezahlt“.
60 Millionen Euro Einsparungen
Der angekündigte Umbau der GIZ richte sich jedoch nicht nur auf verstärkte interne und externe Kontrollmechanismen, sondern gehe auch mit finanziellen Einsparungen einher. „Wir werden dauerhaft Strukturkosten in Höhe von rund 60 Millionen Euro einsparen“, kündigte Schäfer-Gümbel an. Dabei würden die Arbeit in Partnerländern gestärkt und Strukturen in Deutschland verschlankt. Auch weiterer Personalabbau spiele eine Rolle: Seit 2023 seien bereits rund 2.000 Stellen abgebaut worden, dieser Trend werde in den kommenden Jahren fortgesetzt.
Die GIZ setzt als Bundesunternehmen weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit um und ist in rund 120 Ländern aktiv. 2025 wurden Entwicklungsprojekte mit insgesamt knapp vier Milliarden Euro unterstützt. Der mit Abstand größte Auftraggeber der GIZ war wie bereits im Jahr zuvor mit 3,2 Milliarden Euro das Bundesentwicklungsministerium. Für die GIZ arbeiteten im vergangenen Jahr fast 24.000 Menschen aus 152 Nationen.




