Berlin (epd). Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future wirft der Bundesregierung im Blick auf die jüngste Hitzewelle eine fahrlässige Klimapolitik vor. Die aktuelle Politik grenze an eine Verleugnung jahrzehntealter Erkenntnisse über den menschengemachten Klimawandel, erklärte Sprecherin Carla Reemtsma am Mittwoch bei einer Online-Pressekonferenz. „Die Klimakrise ist real und gefährdet Menschen konkret“, sagte Reemtsma. Die Regierung weigere sich, Verantwortung zu übernehmen.
Fridays for Future forderte die Entlassung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), wie Reemtsma bekräftigte. In einer Online-Petition hat die Organisation eigenen Angaben zufolge dafür über 290.000 Unterschriften gesammelt. Die CDU-Politikerin hatte kürzlich eine Gesetzesvorlage für eine Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes vorgelegt, wonach unter anderem die Förderung für klimafreundliche Heizsysteme wie Wärmepumpen zurückgefahren werden soll. Reemtsma mahnte, das Gesetz dürfe in dieser Form nicht verabschiedet werden. Sie warf der Wirtschaftsministerin eine zu große Nähe zur Gasbranche vor und kritisierte das als „Frontalangriff auf den Klimaschutz“.
Klimaschützer fordern Bekenntnis für Erneuerbare
Die Sprecherin der Klimabewegung warnte, dass die Regierung mit so einer Politik mehr Katastrophen, Hitzetote und die Abhängigkeit von „fossilen Autokraten“ in Kauf nehme. In der Bevölkerung gebe es eine große Mehrheit für mehr Klimaschutz. „Es braucht jetzt ein ganz klares Bekenntnis für die Erneuerbaren“, forderte Reemtsma. Für Freitag ruft die Bewegung bundesweit zu Streiks und Demonstrationen für mehr Klimaschutz auf.




