Polizei: Fünfter Castor-Transport nach Ahaus ohne Zwischenfälle

Polizei: Fünfter Castor-Transport nach Ahaus ohne Zwischenfälle
Der fünfte Castor-Transport von Jülich nach Ahaus ist laut Polizei ohne Zwischenfälle angekommen. Anti-Atomkraft-Initiativen kritisieren Fahrten mit radioaktivem Abfall als teure und riskante "Verschiebeoperation".

Münster, Ahaus (epd). Der fünfte Castor-Transport vom stillgelegten Versuchsreaktor in Jülich ins 170 Kilometer entfernte Ahaus ist nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle verlaufen. Am frühen Mittwochmorgen erreichte der von Einsatzkräften begleitete Schwerlast-Transport das Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus, wie die Polizei Münster mitteilte. An zwei angemeldeten Versammlungen am Startpunkt im rheinischen Jülich beteiligten sich den Angaben zufolge neun Menschen. Im westfälischen Ahaus habe es eine Mahnwache mit 30 Personen gegeben.

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung hatte im vergangenen Jahr die Genehmigung für die Transporte erteilt, die im März 2026 begonnen haben. Grund für den Abtransport aus Jülich ist, dass die Betriebserlaubnis für die dortige Lagerstätte seit Jahren ausgelaufen ist. Das Lager in Ahaus ist auch lediglich ein Zwischenlager. Insgesamt geht es um 152 Castoren mit insgesamt 300.000 Brennelement-Kugeln, die durch Nordrhein-Westfalen transportiert werden sollen. In Jülich stehen nun noch 147 Castoren.

Weitere Mahnwachen in Jülich und Ahaus angekündigt

Anti-Atomkraft-Initiativen kündigten für Mittwochabend weitere Mahnwachen in Jülich und Ahaus an. Noch in der Nacht zum Donnerstag sei mit einem weiteren Atommüll-Transport zu rechnen, erklärte Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. Er kritisierte den großen polizeilichen Aufwand für die Transporte und damit hohe Kosten für das Land Nordrhein-Westfalen. „Die ganze Verschiebeoperation für den hochradioaktiven Atommüll von Jülich nach Ahaus ist ein Fass ohne Boden“, sagte Bastian. Dabei bestehe zudem ständig das Risiko von Unfällen oder Anschlägen.