Bonn (epd). Der Deutsche Tierschutzbund hat die geplante Strategie der EU-Kommission zur Tierhaltung kritisiert. Diese sei zu sehr auf den Erhalt und den Ausbau der Tierhaltung ausgerichtet, heißt es in einer Mitteilung des Verbands am Dienstag. „Wer Europas Landwirtschaft zukunftsfähig machen will, muss den Mut haben, den Umfang der Tierhaltung zu reduzieren und pflanzliche Proteine deutlich stärker zu fördern. Diese Chance lässt die Kommission ungenutzt“, sagte Jürgen Plinz, Präsidiumsmitglied des Deutschen Tierschutzbundes.
Mit der Strategie zementiere die Europäische Kommission ein System der Tierhaltung, das erhebliches Tierleid verursache und zugleich Klima, Umwelt und Ressourcen belaste, sagte Plinz. Die EU-Kommission wollte am Dienstag eine neue Strategie zur landwirtschaftlichen Tierhaltung veröffentlichen. Die neue Strategie ziele darauf ab, die Natur zu schützen, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und den Tierschutz zu verbessern, hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im vergangenen Jahr erklärt.
Gesetzesvorschläge müssen folgen
Der Tierschutzbund begrüße die angekündigte schrittweise Abschaffung der Käfighaltung, hieß es. Jedoch müssten nun verbindliche Gesetzesvorschläge folgen. Allerdings blieben die Risiken hoher Tierbestände weitgehend unberücksichtigt. Plinz: „Europa braucht weniger Tiere in besseren Haltungssystemen - nicht eine Strategie, die den Tierschutz ausbremst, statt ihn voranzubringen.“




