Neue Elterngeldregeln sollen ab November 2027 gelten

Neue Elterngeldregeln sollen ab November 2027 gelten
Familienministerin Prien muss beim Elterngeld sparen. Geplant ist, die maximale Bezugsdauer zu reduzieren. Um die zu erreichen, müssen zudem Väter länger Elternzeit nehmen. Paare, die jetzt Kinder erwarten, sind von den Änderungen nicht betroffen.

Berlin (epd). Kürzere Bezugsdauer, mehr Vätermonate: Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) plant vor dem Hintergrund von Kürzungen in ihrem Haushalt Änderungen beim Elterngeld - allerdings mit einer langen Übergangsfrist. Für Kinder, die bis zum 31. Oktober 2027 geboren werden, würden die bestehenden Regeln zum Elterngeld weiter gelten, sagte Prien am Dienstag in Berlin.

Prien muss beim Elterngeld vom kommenden Jahr an sparen. Laut der am Montag vom Kabinett gebilligten Finanzplanung von 2027 bis 2030 sollen 400 Millionen Euro pro Jahr weniger für die Familienleistung ausgegeben werden. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte am Dienstag Berichte, wonach innerhalb der Bundesregierung ein Gesetzentwurf mit Änderungen beim Elterngeld in der Abstimmung ist. Die sollen zu Einsparungen führen.

Elterngeld nur noch für zwölf Monate

Geplant ist laut dem Entwurf, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt, die maximale Bezugsdauer des Elterngeldes auf zwölf Monate zu begrenzen. Bislang sind 14 Monate möglich, wenn ein Elternteil - in der Regel geht es um den Vater - mindestens zwei Monate Elternzeit nimmt. Um künftig auf die maximalen zwölf Monate zu kommen, muss jeder Elternteil drei Monate Elternzeit nehmen. Die restlichen sechs Monate können flexibel aufgeteilt, auch gemeinsam genommen werden.

Das „ElterngeldPlus“, bei dem die Bezugsdauer bis auf das Doppelte verlängert werden kann, soll erhalten bleiben. Eltern können diese Variante beispielsweise nutzen, wenn sie mit reduzierter Stundenzahl schon wieder in den Job einsteigen. Die Höhe des Elterngelds, das in der Regel 65 Prozent des Netto-Einkommens vor der Geburt beträgt, ist beim „ElterngeldPlus“ geringer.

Anpassen will Prien zudem die Mindest- und Maximalbeträge für das Elterngeld, die seit der Einführung im Jahr 2007 nie verändert wurden. Künftig sollen Eltern mit sehr geringen Einkommen mindestens 330 statt bislang 300 Euro pro Monat bekommen. Der Höchstbetrag soll auf 1.900 Euro steigen (aktuell 1.800). Es soll zudem dabei bleiben, dass das Elterngeld für Paare, die ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von mehr als 175.000 Euro haben, kein Elterngeld erhalten.